Burgenland verlangt Stabilitätsprogramm für Landwirtschaft

Mathias FischerMathias Fischer
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Die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) hat am Freitag ein „Stabilitätsprogramm“ des Bundes für die Landwirtschaft gefordert. Angesichts der Dürre-Problematik seien langfristige, strukturelle Lösungen nötig, um die Betriebe widerstandsfähiger zu machen.

Anja Haider-Wallner kritisierte die derzeit diskutierten Maßnahmen wie günstige Kredite als „völlig unzureichend“. Die Grünen-Politikerin betonte, dass es langfristige Ansätze brauche, um nicht jedes Jahr aufs Neue über Dürre-Hilfen verhandeln zu müssen.

Die Landeshauptmann-Stellvertreterin will, dass Dürreversicherungen wieder verstärkt staatlich gefördert werden. Zudem verlangt sie einen österreichweiten Wassersicherheitsplan, der Investitionen in effiziente Bewässerung, Grundwasserschutz und Maßnahmen für den natürlichen Wasserrückhalt in Böden und Landschaft vorsieht.

Klimaschutzgesetz und Herkunftskennzeichnung gefordert

Parallel dazu drängt Haider-Wallner auf ein Klimaschutzgesetz auf Bundesebene, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie und Förderungen für „klimafitte Landwirtschaft“. Diese sollen unter anderem bei Humusaufbau, Bodenschutz, trockenheitsangepassten Sorten und wassersparenden Technologien ansetzen.

Die Renaturierung soll als Vorsorge dienen. Der nationale Wiederherstellungsplan müsse gezielt für mehr Wasserrückhalt, gesunde Böden und widerstandsfähige Agrarlandschaften eingesetzt werden, „statt unter drohenden Strafzahlungen weiter verzögert zu werden“, kritisierte sie.

Seewinkler Landwirt zeigt Ernteausfälle

Ihre Forderungen an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) äußerte Haider-Wallner bei einem Termin mit dem Seewinkler Landwirt Sebastian Bauer, der in den Sozialen Medien als „Bauaranger“ bekannt ist. Er zeigte, wie klein die Maiskolben auf einem unbewässerten Feld in Frauenkirchen (Bezirk Neusiedl am See) heuer sind.

Wie hoch sein finanzieller Schaden ausfallen werde, sei noch nicht absehbar, so Bauer. Die Energiekosten seien jedoch gestiegen, weil mehr bewässert werden musste, und die Ernte auf den unbewässerten Feldern schaue nicht gut aus. „Viel wird es da nicht mehr spielen, leider“, sagte Bauer.

Er sprach sich für nachhaltige Lösungen aus, um zu verhindern, dass landwirtschaftliche Betriebe schließen müssen. Nichts abgewinnen kann er einem Bewässerungsverbot, das im Seewinkel droht, wenn die Grundwasserstände mit Jahresende zu niedrig sind. Dazu will Haider-Wallner im Herbst einen Stakeholder-Prozess starten.

Quelle: APA

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