Burgenland: Weinernte um 30 Prozent gesunken

Die burgenländischen Winzer rechnen heuer mit deutlich weniger Ertrag. Hitze und Trockenheit haben die Erntemenge um rund 30 Prozent reduziert. Die Qualität des Jahrgangs sei dennoch zufriedenstellend, hieß es am Montag.
Am Montag startete im Burgenland vielerorts die Hauptweinlese. Die Erntemenge wird voraussichtlich deutlich unter jener des Vorjahres liegen. Herbert Oschep, Obmann von Wein Burgenland, nannte bei einer Pressekonferenz einen Rückgang von etwa 30 Prozent. Verantwortlich dafür seien Hitze und Trockenheit. Die Qualität des Jahrgangs bezeichnete er als zufriedenstellend.
Das Jahr 2026 habe den Winzern bisher „sehr viele Hitzetage und viel zu wenig Niederschlag“ beschert, so Oschep. Andreas Liegenfeld, Präsident des burgenländischen Weinbauverbandes, erklärte, die Regenfälle der vergangenen Tage hätten Rebstöcken und Trauben gutgetan. Winzer Leo Sommer zeigte sich nach einem Rundgang durch seine Weingärten am Wochenende „positiv überrascht“.
Weinmarkt bleibt schwierig
Die Lage am Weinmarkt stelle weiterhin eine Herausforderung dar, sagte Oschep. „Derzeit wird am Weltmarkt mehr Wein produziert als konsumiert“, stellte er fest. Die Nachfrage sei nicht mehr so groß wie früher. „Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei, die Zeit des Weinverkaufens hat begonnen“, erklärte der Obmann. Wein Burgenland versuche daher, Winzerinnen und Winzern bei Veranstaltungen eine Plattform zu bieten.
Liegenfeld verwies auf einen Vorteil: Vom „Jahrtausendjahrgang“ 2025 sei noch Ernte vorhanden, auf die man zurückgreifen könne. Zudem stimme es zuversichtlich, dass die Rebstöcke trotz der extremen Bedingungen großteils noch grün und gesund seien. „Das ist schon auch eine gewisse Beruhigung für uns, dass wir auch mit diesen extrem heißen Jahren umgehen können“, sagte er.
Lesebeginn früher als im Vorjahr
Die Amerikanische Rebzikade und die von ihr übertragene Goldgelbe Vergilbungskrankheit hätten heuer auf die Gesamtmenge noch keinen großen Einfluss gehabt, erläuterte Liegenfeld. Im Gebiet rund um den Eisenberg im Südburgenland seien allerdings in einigen Anlagen Rodungen nötig gewesen.
Die Ernte beginnt heuer fast zwei Wochen früher als 2025. Für manche Betriebe startete die Lese so früh wie noch nie. Sommer verzeichnete mit seinem Weingut jedoch keinen neuen Rekord. Im Jahr 2024 habe die Ernte bereits zwei Tage früher begonnen, hielt er fest.
Quelle: APA
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