Cannabisplantage im Bezirk Braunau ausgehoben

Mona HopfingerMona Hopfinger
Marihuana-Zucht mit Paketen und Geldbündeln auf Holztisch
© Mit KI (Gemini) generiert

Ermittler hoben im Bezirk Braunau eine professionell betriebene Cannabisplantage aus. Sechs Personen wurden festgenommen, zwei Kinder mussten wegen Kindeswohlgefährdung abgenommen werden.

Im März erhielt der Koordinierte Kriminaldienst Braunau von der Grenzpolizeiinspektion Simbach einen Hinweis auf eine mutmaßliche Cannabisplantage im Bezirk Braunau. Anfang April erfolgte die von der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis angeordnete Durchsuchung am ermittelten Standort.

Im Wohnobjekt trafen die Beamten einen 44-Jährigen, seine 37-jährige Lebensgefährtin und zwei minderjährige Kinder an. Im Keller des Hauses stellten die Ermittler eine professionell betriebene Cannabisplantage, rund 1,6 Kilogramm Marihuana, synthetische Suchtmittel sowie diverse Hieb- und Stichwaffen sicher.

Laut Polizei soll das Paar in den letzten Monaten zumindest 25 Kilogramm Marihuana produziert haben. Davon sollen mindestens 18 Kilogramm sowie rund 500 Gramm Amphetamin und geringe Mengen Methamphetamin und Kokain an eine Vielzahl von Subdealern und Abnehmern verkauft worden sein. Neben Räumlichkeiten für die Aufzucht von mindestens 200 Cannabispflanzen fanden die Beamten in einem eigens eingerichteten Raum eine selbst gebaute Videoaufzeichnungsanlage und zahlreiche Datenträger.

Kinder wegen Kindeswohlgefährdung abgenommen

Wegen der vor Ort festgestellten, massiv kindeswohlgefährdenden Zustände wurde umgehend die Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft Braunau eingeschaltet. Noch während der Hausdurchsuchung mussten die Beamten die beiden minderjährigen Kinder wegen Gefahr im Verzug abnehmen. Die desolaten Wohn- und Installationsarbeiten erforderten zudem ein Einschreiten der Freiwilligen Feuerwehr und des Bürgermeisters als Baubehörde.

Die weiteren Ermittlungen führten die Behörden ins unmittelbare Nachbarschaftsumfeld, wo sie bei zwei Verdächtigen – einem 39-Jährigen und einer 33-Jährigen – den Suchtgiftankauf im Kilogrammbereich nachweisen konnten. Auch hier stellten die Ermittler derart kindeswohlgefährdende Zustände fest, dass die zuständige Behörde weitere Kinder abnehmen musste.

Lieferkette zurückverfolgt

Intensive Ermittlungen führten zur Aufklärung der Lieferkette für synthetische Suchtmittel: Ein 29-Jähriger, eine 36-Jährige, ein 31-Jähriger und ein 32-Jähriger – alle aus dem Bezirk Braunau – stehen im Verdacht, mindestens sechs Kilogramm Amphetamin sowie Kokain und Methamphetamin zum Weiterverkauf in das Wohnhaus geliefert zu haben. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis nahmen Beamte des Landeskriminalamts Oberösterreich die Verdächtigen im Mai und Juni fest.

Bislang wurden sechs Personen inhaftiert, rund 40 Abnehmer in Österreich und Niederbayern ausgeforscht und vier mutmaßliche Opfer von Sexualdelikten identifiziert. Sichergestellt wurden zudem 1,6 Kilogramm Marihuana, ein Kilogramm Amphetamin, größere Mengen Ecstasy-Tabletten sowie Drogengeld und digitale Beweismittel. Alle Festgenommenen legten hinsichtlich der Drogendelikte ein umfassendes Geständnis ab.

Fünf der sechs Festgenommenen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in eine Justizanstalt eingeliefert.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: https://www.polizei.gv.at/ooe/presse/aussendungen/presse6ccc.html?prid=4f724c2b59326a4e6346383d&pro=0

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