Caritas Kärnten: Nächtigungen um 11,6 Prozent gestiegen

Die Notschlafstelle der Caritas Kärnten verzeichnete von Jänner bis September 2026 insgesamt 4.627 Übernachtungen – ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zum Start der Winternothilfe ruft die Organisation zu Spenden auf.
Die Nachfrage nach Notschlafplätzen in Kärnten steigt weiter an. Zwischen 1. Jänner und 30. September 2026 wurden in der Notschlafstelle der Caritas 4.627 Nächtigungen gezählt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 4.145 gewesen. Das bedeutet einen Zuwachs um 482 Nächtigungen beziehungsweise 11,6 Prozent.
Auch bei den warmen Mahlzeiten bleibt der Bedarf hoch: Im selben Zeitraum gab die Caritas im Eggerheim insgesamt 10.963 warme Mahlzeiten an Menschen in Not aus.
Personalkapazitäten als zentrale Herausforderung
Katrin Starc, Fachbereichsleiterin der Wohnungslosenhilfe, äußert sich besorgt mit Blick auf den kommenden Winter. „Die steigenden Nächtigungszahlen zeigen, wie dringend unsere Hilfe gebraucht wird“, so Starc. Neben ausreichend Betten brauche es vor allem ausreichend finanzierte Personalkapazitäten. Ein sicherer Schlafplatz allein sei noch keine nachhaltige Hilfe. Menschen bräuchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sie willkommen heißen, ihnen zuhören und gemeinsam mit ihnen nach neuen Perspektiven suchen.
„Aktion Kilo gegen Armut“ sammelt über drei Tonnen
Zum Auftakt der Winternothilfe fand am 22. Oktober in Klagenfurt die „Aktion Kilo gegen Armut“ der youngCaritas statt. Zahlreiche Schulklassen, Kindergärten, Jugendgruppen, Unternehmen und Einzelpersonen sammelten haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel.
Doris Schmidauer war vor Ort und zeigte sich beeindruckt: „Hier sind viele junge Menschen – Schülerinnen und Schüler, die eine direkte Unterstützung für Menschen in Not leisten und somit ehrenamtliches Engagement leben. Und wir sehen: Jede und jeder kann etwas beitragen, damit ein positives Miteinander möglich wird.“
Insgesamt kamen 3.120 Kilogramm Lebensmittel und Hygieneartikel zusammen. Gesammelt wurden unter anderem Reis, Öl, Kaffee, Konserven, Milch, Seife, Duschgel und Frauenhygieneprodukte. Die Sachspenden werden über die Lebensmittelausgabestelle LEA an armutsbetroffene Menschen sowie im Eggerheim an wohnungs- und obdachlose Menschen weitergegeben.
Theresa Kranabetter von der youngCaritas Kärnten betont: „Bei der Aktion erleben junge Menschen, dass ihr Beitrag unmittelbar etwas bewirkt. Aus vielen einzelnen Lebensmittel- und Hygieneartikeln wird konkrete Hilfe für Menschen in Kärnten, denen es am Notwendigsten fehlt.“
Kältetelefon ab 1. November wieder erreichbar
Ab 1. November ist das Kältetelefon der Caritas wieder in Betrieb. Wer bei den kalten Temperaturen eine wohnungslose Person im Freien wahrnimmt, kann bis 31. März 2027 täglich von 18 bis 6 Uhr unter 0463/39 60 60 anrufen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notschlafstelle sowie speziell geschulte Freiwillige klären ab, welche Hilfe notwendig ist. Wenn die betroffene Person es wünscht, wird ein warmer Schlafplatz in der Notschlafstelle oder einem anderen Notquartier vermittelt. Bei medizinischen Notfällen ist die Rettung zu verständigen.
Im vergangenen Winter gingen 119 Hinweise beim Kältetelefon ein. Dadurch konnten 24 obdachlose Menschen vom Roten Kreuz direkt in die Notschlafstelle gebracht werden.
Aufruf zu Spenden
In der Notschlafstelle können Menschen einen sicheren Schlafplatz finden. Im Eggerheim erhalten sie warme Mahlzeiten, können sich duschen, Kleidung waschen und sozialarbeiterische Beratung in Anspruch nehmen. Um diese Hilfe auch in den kommenden Wintermonaten leisten zu können, ist die Caritas auf Spenden angewiesen.
Caritasdirektor Ernst Sandriesser appelliert: „Für uns ist es selbstverständlich, am Abend die Tür hinter uns schließen zu können, ein warmes Bett zu haben und zu wissen, dass das Morgen auch noch so sein wird. Für unsere Klient*innen ist das nicht der Fall. Gemeinsam können wir das ändern. Ich bin dankbar für jede kleine und große Spende. Sie hilft uns, Menschen in Kärnten mit dem Notwendigsten zu versorgen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.“
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