Caritas Kärnten schlägt Alarm: Familien können Heizen nicht mehr zahlen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Heizung mit Eis und Schnee vor dem Fenster, Energie-Rechnung 450 €
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Caritas Kärnten warnt vor dramatischer Entwicklung: Bereits 5.871 Menschen suchten heuer bis September Hilfe in der Sozialberatung. Hohe Energie- und Wohnkosten bringen Familien an den Rand der Existenz. Caritasdirektor Ernst Sandriesser ruft zu Spenden auf.

Die anhaltende Teuerung bei Lebensmitteln, Wohnen und Energie treibt immer mehr Menschen in Kärnten in finanzielle Notlagen. Bis Ende September wandten sich 5.871 Personen an die Sozialberatung der Caritas Kärnten, darunter 1.942 Kinder. Die Zahl der Beratungskontakte stieg auf 19.745. Im gesamten Jahr 2025 hatte die Organisation 7.405 Menschen mit mehr als 20.000 Kontakten unterstützt.

Caritasdirektor Ernst Sandriesser zeigt sich alarmiert: „Menschen in Not in Kärnten brauchen jetzt dringend konkrete Unterstützung. Ihnen fehlt das Geld für Lebensmittel, und Wohnungen bleiben im Winter kalt“, so Sandriesser. Er appelliert an die Kärntnerinnen und Kärntner: „Helfen Sie Familien in Not mitten unter uns, damit Mütter nicht überlegen müssen, ob sie das Kinderzimmer heizen können!“

Alleinerziehende Mutter kämpft mit Energieschulden

Wie schnell eine einzelne Rechnung zur existenziellen Bedrohung werden kann, zeigt der Fall einer 32-jährigen alleinerziehenden Mutter aus Kärnten. Nach der Trennung von ihrem Partner trägt Petra (Name geändert) allein die Verantwortung für ihre beiden Kinder, eines davon benötigt besonders viel Betreuung.

Als das Geld für Heizöl fehlte, musste sie das gemietete Haus mit Strom heizen. Dadurch entstanden Energiekosten von mehreren tausend Euro. Mittlerweile funktioniert der Strom über einen Pre-Payment-Zähler – Petra muss im Voraus bezahlen, damit die Wohnung warm bleibt. „Ich wünsche mir nichts mehr, als meinen Kindern Sicherheit geben zu können“, sagte sie im Gespräch mit der Sozialberaterin.

Trotz Rückkehr in den Beruf und sparsamer Haushaltsführung kann die Frau die Schulden nicht allein bewältigen. Dank Spenden erhielt sie Unterstützung bei den Energiekosten. Ihr Fall steht beispielhaft für Situationen, mit denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialberatung täglich konfrontiert sind.

Beratungskontakte um 32 Prozent gestiegen

In den ersten drei Quartalen 2026 verzeichnete die Caritas Kärnten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen Anstieg der Beratungskontakte um rund 32 Prozent. Die Notlagen werden dabei stetig komplexer: Immer häufiger treffen mehrere Problemlagen gleichzeitig aufeinander – hohe Wohn- und Energiekosten, Schulden, Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Krisen oder Schwierigkeiten beim Zugang zu Sozialleistungen.

Österreichweit wandten sich 2025 rund 44.000 Menschen an die Sozialberatung der Caritas. Nach Abzug von Miete, Energie und Betriebskosten blieben den Klientinnen und Klienten im Durchschnitt 17 Euro pro Tag für Lebensmittel, Medikamente, Kleidung, Mobilität und alle anderen Ausgaben. 27 Prozent der Hilfesuchenden verdienten durch Arbeit und waren trotzdem in Not.

Caritas bietet kostenlose Beratung und Überbrückungshilfen

Die Organisation berät Menschen in sozialen und finanziellen Notlagen kostenlos. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prüfen sozialrechtliche Ansprüche, erstellen gemeinsam mit Betroffenen Haushaltspläne und suchen Lösungen für Mietschulden sowie offene Energie- und Heizkosten. Außerdem gibt es Beratung zum Energiesparen und Hilfe, damit man die Wohnung nicht verliert. Man bekommt auch Lebensmittel und Geld, um eine schwierige Zeit zu überbrücken.

„Gerade jetzt brauchen wir Zusammenhalt und Solidarität. Egal, wie groß oder klein Ihr Beitrag ist. Jeder Euro macht einen Unterschied“, betont Sandriesser. Er warnt: „Wenn nach Miete, Energie und Fixkosten kaum etwas übrigbleibt, kann eine einzige Rechnung den Alltag einer Familie ins Wanken bringen. Deshalb helfen wir möglichst früh, bevor der Strom abgeschaltet wird oder Menschen ihr Zuhause verlieren!“

Sachspenden-Aktionen in Klagenfurt und St. Veit

Die youngCaritas organisiert zwei Sammelaktionen für Sachspenden. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, von 9 bis 16 Uhr können lang haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel zum Neuen Platz in Klagenfurt gebracht werden. Am 4. November 2026 von 9 bis 13 Uhr findet in Kooperation mit der RegionalCaritas eine weitere Sammlung auf dem Hauptplatz in St. Veit an der Glan statt.

Die Spenden gelangen über die Lebensmittelausgabe LEA direkt zu Menschen, die von Armut betroffen sind. Ein Teil davon dient im Eggerheim dazu, Mahlzeiten für wohnungslose Menschen zu kochen. Theresa Kranabetter von der youngCaritas sagt: „Die Spenden kommen dort an, wo selbst das Nötigste oft unerschwinglich ist: bei armutsbetroffenen und wohnungslosen Menschen in Kärnten.”

Geldspenden sind unter www.caritas-kaernten.at/inlandshilfe möglich. Mit 25 Euro kann etwa eine alleinerziehende Mutter mit Lebensmitteln unterstützt werden, mit 50 Euro werden Schlafsäcke für Wohnungslose finanziert, mit 150 Euro erhalten Familien bei schweren Schicksalsschlägen Hilfe.

Quelle: https://www.caritas-kaernten.at/ueberuns/news/detail/news/100866-existenznot-durch-hohe-kosten-fuer-wohnen-heizen-essen-caritas-kaernten-ist-alarmiert-und-bittet-um-hilfe-fuer-familien

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