Caritas-Kompetenzstelle Demenz feiert 20 Jahre

Die Kompetenzstelle Demenz der Caritas St. Pölten besteht seit zwei Jahrzehnten. Am Welt-Alzheimer-Tag wurde das Jubiläum mit Wegbegleitern, Kooperationspartnern und Gästen am Grillparzer Campus gefeiert.
Seit April 2006 begleitet die Kompetenzstelle Demenz der Caritas St. Pölten Menschen mit Demenz und deren Familien. Was mit Pioniergeist begann, hat sich zu einem etablierten Beratungs- und Unterstützungsangebot in Niederösterreich entwickelt. Das 20-jährige Bestehen wurde am 21. September, dem Welt-Alzheimer-Tag, am Grillparzer Campus in St. Pölten begangen.
Bürgermeister Matthias Stadler gratulierte zum Jubiläum und betonte die Bedeutung der Einrichtung: Die demografische Entwicklung zeige, dass die Menschen älter würden und die Lebenserwartung steige, aber nicht unbedingt gesund gealtert werde, wenn nicht die entsprechende Betreuung und Versorgung dahinterstehe. Er dankte dafür, dass die Kompetenzstelle Betroffenen und deren Angehörigen Rat, Hilfe und Hoffnung gebe.
Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger hob hervor, dass die Diagnose Demenz nicht nur das Leben der Betroffenen verändere, sondern auch Familien und das gesamte soziale Umfeld vor große Herausforderungen stelle. Seit 20 Jahren zeige die Kompetenzstelle, wie wichtig persönliche Beratung, verständliche Information und verlässliche Begleitung seien. Das Ziel sei, dass Menschen mit Demenz möglichst lange selbstbestimmt leben könnten und ihre Angehörigen mit ihren Fragen und Belastungen nicht allein blieben.
Von den Anfängen zum umfassenden Angebot
Gegründet wurde die Kompetenzstelle am 1. April 2006 von DGKP Lea Hofer-Wecer. Bei der Jubiläumsfeier berichtete sie im Gespräch mit Claudia Rathmanner, der heutigen Leiterin, über die Anfänge und den Aufbau der Einrichtung.
In den ersten Jahren entstanden zahlreiche Angebote: Konsiliarbesuche im Zentralraum, Mostviertel und Waldviertel, Angehörigenstammtische, Gedächtnistrainings, Schulungen für Caritas-Mitarbeiter sowie Informationsveranstaltungen rund um das Thema Demenz. Auch die Vernetzung mit Pfarren, Spitälern, Ärzten und weiteren Einrichtungen war von Beginn an ein wichtiger Teil der Arbeit.
Ein bedeutender Meilenstein war der Beginn der Zusammenarbeit mit dem Demenzservice Niederösterreich im Jahr 2018. Im Rahmen der Demenzstrategie des Landes Niederösterreich startete die Kooperation zunächst als Pilotprojekt in der Region NÖ Mitte und wurde 2020 auf ganz Niederösterreich ausgeweitet. Dadurch konnten persönliche Beratungen, Hausbesuche und Vorträge nachhaltig abgesichert werden. Ebenfalls 2018 starteten regionale Info-Points für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.
Deutlich gestiegene Nachfrage
Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Im Jahr 2011 verzeichnete die Kompetenzstelle 107 Hausbesuche und 39 Vorträge. 2022 waren es bereits 341 Hausbesuche, 37 Vorträge, 79 Info-Points und 17 Gesundheitstage. Die aktuell vorliegenden Zahlen weisen 439 Hausbesuche, 46 Vorträge, 80 Info-Points und zwölf Gesundheitstage aus.
Claudia Rathmanner erklärte, dass eine Demenz verunsichere und viele Fragen mit sich bringe. Häufig erlebe man in den Beratungen, wie groß die emotionale Belastung für Angehörige und Vertrauenspersonen sei. Sie möchten das Beste für ihre Liebsten, gerieten dabei aber oft an die eigenen Grenzen. Genau hier setze die Kompetenzstelle an: Ratsuchende fänden einen geschützten Raum, um offen über Ängste, Überlastung und Alltagsfragen zu sprechen. Das Ziel sei, Angehörige zu entlasten, ihnen praktisches Wissen an die Hand zu geben und gemeinsam Wege zu finden, wie ein würdevolles Miteinander trotz der Erkrankung gelingen könne.
Projekte für Lebensqualität und Teilhabe
In den vergangenen 20 Jahren entwickelte die Kompetenzstelle zahlreiche Projekte. Dazu zählen der Demenzurlaub für Betroffene und Angehörige, die Informationsbroschüre „Wohnen im Alter“, Tanzveranstaltungen für Menschen mit und ohne Demenz sowie der ausgezeichnete „Bunte Nachmittag“ in Arbesbach. Der von Gründerin Lea Hofer-Wecer entwickelte Demenz-Seesack „Lea“ enthält Produkte, die in Caritas-Werkstätten speziell für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz gefertigt werden.
Seit September 2025 gibt es in Horn außerdem eine wöchentliche Aktivgruppe für Menschen mit Demenz. Das im Rahmen eines zweijährigen LEADER-Projekts entstandene Angebot fördert vorhandene Fähigkeiten, schafft Gemeinschaft und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. Die Aktivgruppe aus Horn gestaltete auch die Jubiläumsfeier mit Musik, Bewegung und Rhythmusinstrumenten mit.
Heute ist die Kompetenzstelle im Zentralraum, im Mostviertel und im Waldviertel tätig. Das Team wird dabei von engagierten Freiwilligen unterstützt. Weitere Informationen unter www.caritas-stpoelten.at/demenz.
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