Carola Dertnig zeigt neue Installation in St. Pölten

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Das KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst in St. Pölten präsentiert ab heute eine neue Installation der Künstlerin Carola Dertnig. Bei „FINALLY it's HAPPENING“ wird Bewegung zur Malerei – Besucher gestalten durch Schaukeln, Tanzen und Spielen die Ausstellung mit.

Das KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst in St. Pölten zeigt eine speziell für den sechseckigen Ausstellungsraum entwickelte Neuproduktion von Carola Dertnig. Die international renommierte Künstlerin übersetzt ihren Werkkomplex „Fly by Production“, der im Jahr 2000 im MoMA PS1 in New York zu sehen war, in eine raumgreifende Installation.

„FINALLY it's HAPPENING – eine Schaukel wird zum Pinsel, die Füße zum Werkzeug und die Bewegung zur Farbe“, erklärt Carola Dertnig. Die Kinder würden gemeinsam ein Bild malen, das durch ihre Bewegungen immer weiter entstehe. Jede Bewegung hinterlasse einen Abdruck, jeder Fußabdruck werde Teil des Ganzen.

Schaukeln, Tanzen und Malen als Kunstform

Die Installation verbindet zwei Schaukeln, Tanzflächen, Klang, Farbe und Minigolf zu einer Mischung aus Performance, Installation und gemeinschaftlichem Handeln. Beim Schaukeln, Tanzen, Spielen und Malen entstehen Spuren auf Leinwänden und Wänden. Die Ausstellung verändert sich mit jeder Nutzung und wird durch die Besucher fortlaufend weitergeschrieben.

Mona Jas, Kuratorin der Ausstellung und künstlerische Leiterin des KinderKunstLabor, sagt: „Carola Dertnigs Ausstellung fragt danach, was uns in einer Gegenwart, in der Nähe, Vertrauen und Verbundenheit nicht selbstverständlich sind, zusammenhält.“ Die Arbeit begreife das Konviviale als etwas, das auch in fordernden Zeiten gemeinsam hergestellt werden könne – durch Nähe, Aufmerksamkeit oder die Bereitschaft, aufeinander zu reagieren.

Feministische Perspektive auf Action Painting

Dertnig nimmt dabei humorvoll auf Action Painting und den Wiener Aktionismus Bezug. Deren männlich konnotierte Gesten analysiert sie aus feministischer Perspektive und verwandelt Schock, Transgression und Körpergewalt in Konvivialität – in ein gemeinschaftliches, einladendes Zusammensein. Performative Kunst wird nicht nur betrachtet, sondern körperlich und sinnlich erfahrbar. Die Ausstellung ist für Kinder und Erwachsene konzipiert.

Das Raumkonzept stammt von Seth Weiner und studio-itzo.

Begleitprogramm mit Workshops und Rundgängen

Rund um die Ausstellung bietet das KinderKunstLabor Rundgänge, offene Werkstätten und künstlerische Workshops an. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können Körper, Raum, Klang, Bewegung und gemeinschaftliches Handeln aus verschiedenen Perspektiven erfahren.

  • Rundgänge eröffnen Perspektiven auf Körper, Raum und Miteinander. Weitere Positionen der Performancekunst treten in Dialog mit Dertnigs Ausstellung.
  • Offene Werkstätten bieten Möglichkeiten zum eigenen künstlerischen Tun in experimentellen Raumsettings – mit Performance, Klangstücken und Gemeinschaftszeichnungen.
  • Künstlerische Workshops eröffnen neue Bewegungsformen, Soundwalks, zeichnerische Ausdrucksmittel, Interventionen im öffentlichen Raum, Druckformate sowie experimentelle Schreib- und Malverfahren.

Die Eröffnungstage finden von 25. bis 27. September bei freiem Eintritt statt. Am 25. September ist die Ausstellung von 13 bis 17 Uhr geöffnet, am 26. und 27. September jeweils von 10 bis 17 Uhr. Das KinderKunstLabor befindet sich am Schulring 24 in St. Pölten.

Quelle: OTS

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