Chemiker entwickelt Verfahren für Plastik aus CO2

Pia ProdingerPia Prodinger
Gelber Müllsack mit Verpackungen und Dosen, von Händen gehalten
© Mirjam Mayer

Ein Grazer Wissenschafter arbeitet an einer Methode, um aus Kohlendioxid Kunststoffe zu gewinnen. Johann Hlina setzt dabei auf spezielle Katalysatoren mit Seltenerdmetallen, die Kohlenstoffatome zu Ketten verbinden sollen.

Johann Hlina vom Institut für Chemie der Universität Graz betrachtet Kohlendioxid nicht nur als klimaschädliches Treibhausgas, sondern als ungenutzten Rohstoff. Der Chemiker entwickelt ein Verfahren, um daraus Kunststoffe herzustellen. Dabei kommen Reaktionsbeschleuniger zum Einsatz, die Seltenerdmetalle enthalten.

Kunststoff aus Luft

Die Katalysatoren sollen einzelne Kohlenstoffatome zu Ketten verknüpfen, wie sie für die Herstellung von Plastik-Grundstoffen benötigt werden. Das Forschungsteam hat bereits mehrere Reaktionskerne mit Seltenerdmetallen in die Katalysatoren integriert. Diese halten die Ausgangssubstanz fest, positionieren sie passend, schwächen bestehende Bindungen und ermöglichen neue Verknüpfungen.

Bei der Umwandlung von CO2 zu einem Plastik-Grundstoff müssen Sauerstoffatome entfernt oder durch Wasserstoff ersetzt werden. Gleichzeitig werden Kohlenstoffatome miteinander verbunden. Der erste Schritt erfolgt mit etablierten Methoden: CO2 wird zu Kohlenmonoxid umgewandelt, etwa durch Elektrolyse mit elektrischem Strom oder durch Photokatalyse mit Sonnenlicht.

Anschließend kommen die neu entwickelten Katalysatoren zum Einsatz, um beispielsweise Ethylen zu produzieren. Aus diesem Rohstoff entsteht Polyethylen, einer der weltweit am häufigsten verwendeten Kunststoffe. Auf diese Weise könnte der beliebte Kunststoff aus Kohlendioxid aus der Luft gewonnen werden statt aus Erdöl. Der Wissenschaftsfonds FWF fördert das Projekt.

Quelle: APA

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