Chilenisches Einbrecher-Trio in Graz gefasst

Drei Männer aus Chile haben bei Einbrüchen in vier Bundesländern Beute im Wert von über 200.000 Euro gemacht. Die Polizei nahm das Trio kurz vor dessen geplanter Ausreise nach Italien fest. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft.
Eine chilenische Einbrecherbande hat in der Steiermark, Kärnten, Salzburg und Oberösterreich zugeschlagen und dabei Gold sowie Wertsachen im Wert von mehr als 200.000 Euro erbeutet. Die drei Männer verschickten einen Teil der Beute per Post nach Chile, den Rest verkauften sie in Salzburg und Mailand. Das teilte die steirische Polizei am Dienstag mit.
Das Landeskriminalamt Steiermark ermittelte seit Ende März 2026 gegen die 31, 33 und 36 Jahre alten Verdächtigen. Erstmals aufgefallen waren sie am 19. März 2026 bei einer Schwerpunktkontrolle im Grazer Stadtgebiet, als sie in einem italienischen Mietfahrzeug unterwegs waren. Nach gezielter Observation erfolgte die Festnahme kurz vor der geplanten Ausreise nach Italien.
Bei der Durchsuchung stellten die Ermittler Einbruchswerkzeug und Diebesgut sicher. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden die drei Männer in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert, wo über alle die Untersuchungshaft verhängt wurde.
Einbruchsserie seit Mitte Februar
Zwei der Täter hatten bereits seit Mitte Februar 2026 in Österreich Einbrüche verübt. Der dritte Mann stieß Anfang März über Mailand zur Gruppe. Als Stützpunkte nutzten sie wechselnde Ferienwohnungen und fuhren mit Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Tatorten in den vier Bundesländern.
Das durch den Verkauf der Beute erlangte Bargeld überwiesen die Männer umgehend über internationale Geldtransferanbieter an Angehörige in Chile. Bei den Einvernahmen legten alle drei Verdächtigen angesichts der Beweislage ein umfassendes Geständnis ab.
Goldhändler wegen Hehlerei angezeigt
Im Zuge der Ermittlungen geriet auch ein Goldhändler aus der Stadt Salzburg ins Visier der Behörden. Gegen ihn bestand der Verdacht der Hehlerei, das gerichtliche Strafverfahren wurde bereits im Rahmen einer Diversion erledigt.
Dem Händler werden jedoch schwerwiegende Versäumnisse vorgeworfen: Er soll mehrfach Edelmetalle unter dem Marktwert angekauft haben, ohne die Identität der Verkäufer zu prüfen und unter Umgehung der gesetzlichen Aufzeichnungspflichten. Die Ermittler erstatteten Anzeigen an die zuständige Gewerbe- und Geldwäschebehörde.
Quelle: APA
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