Commerzialbank: Verfahren nach sechs Jahren großteils erledigt

Mathias FischerMathias Fischer
Insolvenzstempel und Richthammel auf weißem Grund
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Sechs Jahre nach der Schließung der Commerzialbank Mattersburg sind die meisten Verfahren abgeschlossen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt noch gegen 16 Personen und neun Verbände, wie eine Sprecherin bekannt gab.

Die Behörden hatten die Commerzialbank Mattersburg in der Nacht auf 15. Juli 2020 geschlossen. Seither hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) einen Großteil der Ermittlungen abgeschlossen. Aktuell laufen noch Verfahren gegen 16 Personen und neun Verbände, wie eine Sprecherin auf Anfrage der APA mitteilte. Die Ermittlungen betreffen die Hauptsache, aber auch Vorwürfe nach dem Finanzstrafgesetz sowie gegen Wirtschaftsprüfer der Bank.

Die Beschuldigten müssen sich wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs, Veruntreuung, Untreue, betrügerischer Krida, Bilanzfälschung und Geldwäscherei verantworten. Noch ausständig ist die gerichtliche Freigabe von Beweismitteln, die bei Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern sichergestellt wurden.

Mehrere Schuldsprüche bereits erfolgt

In der Causa habe es bereits mehrere Schuldsprüche gegeben, so die WKStA. Die frühere Bankvorständin Franziska Klikovits trat im Sommer 2025 eine Haftstrafe von sechs Jahren und vier Monaten an. Das Verfahren gegen den ehemaligen Bankchef Martin Pucher wurde im November 2025 abgebrochen, weil er nach zwei Schlaganfällen nicht verhandlungsfähig war. Bei einer Verbesserung seines Zustands könnte das Verfahren fortgesetzt werden.

Gemeinsam mit Klikovits wurden drei Unternehmer verurteilt. Ihre eigentlich zahlungsunfähigen Firmen sollen durch Bargeld aus der Bank künstlich am Leben erhalten worden sein. Zwei von ihnen erhielten drei Jahre und acht Monate Haft. Der dritte Firmenchef stand im vergangenen Mai erneut vor Gericht, nachdem der Oberste Gerichtshof (OGH) seinen Schuldspruch wegen betrügerischer Krida aufgehoben hatte. Seine Strafe wurde um sechs Monate auf zwei Jahre reduziert.

Selbstanzeige deckte jahrelange Malversationen auf

Am 14. Juli 2020 hatten Pucher und Klikovits die jahrelangen Malversationen in der Bank durch eine Selbstanzeige ans Licht gebracht. Spareinlagen waren erfunden, Kredite fingiert worden. Entnommenes Bargeld dürfte nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Puchers SV Mattersburg geflossen sein. Die Commerzialbank war insolvent, ebenso der Sportverein, der seine Bundesliga-Lizenz zurückgab und unter neuem Namen neu anfing. Ein Gutachten ergab später, dass die Bank spätestens seit 1999 zahlungsunfähig war.

Politisch hatte die Causa einen Untersuchungsausschuss und den Rücktritt des damaligen Landesrats Christian Illedits (SPÖ) zur Folge. Er hatte zu seinem 60. Geburtstag 2018 als Aufsichtsratspräsident der Fußballakademie Burgenland ein mit Widmung versehenes 100-Gramm-Goldblatt vom SV Mattersburg angenommen. Das Verfahren gegen ihn endete mit einer Diversion.

Quelle: APA

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