Deutsche Autobauer setzen auf radikalen Jobabbau

Pia ProdingerPia Prodinger
Industrieanlage im Verfall mit Zahnrädern und "Zu Verkaufen"-Schild
© Mit KI (Gemini) generiert

Die deutschen Automobilkonzerne stecken in einer tiefen Krise. Nach strategischen Fehlentscheidungen und dem Verlust von Technologievorteilen an China und die USA wird nun massiv Personal abgebaut und Unternehmensteile verkauft.

Die deutsche Autowirtschaft befindet sich in einem radikalen Umbruch. Nachdem sich die Konzerne zunächst den Chinesen und dann den Amerikanern unterworfen haben, kehrten diese den Technologievorteil um und brachten die Autohersteller in Bedrängnis.

In den Vorstandsetagen wird die Schuld bei anderen gesucht, obwohl die Führungskräfte selbst die Initiatoren der Entwicklung sind. Von blinder Gier nach Wachstum getrieben, verloren sie den Überblick über die Marktrealität.

Firmenverkäufe finanzieren Personalabbau

Der Jobabbau wird immer rücksichtsloser vorangetrieben. Mit Firmenverkäufen wie jenem von Everllience, vormals MAN Energy Solutions, durch Volkswagen werden jene Milliarden Euro lukriert, die den teuren Personalabbau im Gesamtkonzern finanzieren sollen.

Nach dem Ausverkauf folgt der Kahlschlag. Der avisierte Totalumbau wird in einen veritablen Schrumpfungsprozess münden, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt.

Sorge um Porsche Holding

Es bleibt zu hoffen, dass die Volkswagen-Chefetage dabei nicht auch ihr Filetstück Porsche Holding abstößt. Der bislang äußerst erfolgreiche Salzburger Autovermarkter ist weltweit vertreten. Die Chinesen wären mit einem Schlag auch im Autohandel eine Marktmacht.

Was ist in Deutschlands führenden Autokonzernen nach all den Geschehnissen noch unmöglich? 2017 verkaufte die Porsche Holding ihre 275 Niederlassungen umfassende PGA-Mehrmarkensparte an die Schweizer Emil Frey-Gruppe. Mercedes-Benz hat ihre Standorte versilbert.

Keinen Insider würde es wundern, wenn in den Konzernzentralen alle Dämme brechen, um den Aktionären ihre Pfründen zu sichern. Das Schicksal der Belegschaft muss zunächst unter der aggressiven Ignoranz der Aktionäre eingeordnet werden.

Quelle: OTS

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