Diagonale widmet Birgit Minichmayr Filmschau

Mona HopfingerMona Hopfinger
Diagonale 2027: Österreichische Filmgeschichte, Filmrolle, Meißel, Hammer, Lorbeerkranz, Statue
© Mit KI (Gemini) generiert

Das österreichische Filmfestival Diagonale ehrt 2027 die Schauspielerin Birgit Minichmayr mit einer eigenen Werkschau. Die gebürtige Linzerin zählt zu den bedeutendsten Darstellerinnen ihrer Generation.

Die Diagonale präsentiert bei ihrer kommenden Ausgabe 2027 eine Position zu Birgit Minichmayr. Die 1977 in Linz geborene Künstlerin begeistert seit ihrer Ausbildung am Max Reinhardt Seminar sowohl auf Theaterbühnen als auch im Kino, wo sie seit 2000 aktiv ist.

Dominik Kamalzadeh und Claudia Slanar, das Intendanzduo des Festivals, beschreiben ihr Spiel als feinnervige Intensität: „Ein unablässiges Nachjustieren, erinnert an die Arbeit einer Bildhauerin, die mit Hammer und Meißel Überflüssiges abträgt, bis aus Material lebendiger Ausdruck wird.“ Minichmayr bringe Charaktere hervor, die in Bewegung bleiben – kraftvoll plastisch, schillernd künstlich oder irritierend verdruckst.

Aktuelle Projekte und Filmografie

Derzeit ist die Schauspielerin in Ulrike Ottingers „Die Blutgräfin“ als Kammerzofe und in Sandra Wollners „Everytime“ als trauernde, widerständige Mutter zu sehen. Die Dreharbeiten zu Goran Rebićs neuem Spielfilm „Im Verborgenen“ wurden kürzlich beendet. Darin verkörpert sie die Aktivistin Eva Arnautović im Wien der 1930er Jahre.

Minichmayrs Filmografie umfasst ein breites Spektrum lebenszugewandter Frauenfiguren: die eigenbrötlerische Malerin Maria Lassnig in Anja Salomonowitz' „Mit einem Tiger schlafen“ (2024), die Wirtin im Brenner-Krimi „Der Knochenmann“ (2009) von Wolfgang Murnberger oder eine der desillusionierten Freundinnen in Barbara Alberts „Fallen“ (2006). Hinzu kommen internationale Produktionen wie Maren Ades fragiles Beziehungsstück „Alle Anderen“ (2009).

Dreifache Diagonale-Preisträgerin

Kein bestimmter Typus verbindet diese Rollen, sondern Minichmayrs Fähigkeit, zwischen Gegensätzen zu changieren: zwischen Bestimmtheit und Verletzlichkeit, Körperlichkeit und Entzug, Komik und Niedergeschlagenheit.

2009 überzeugte diese Fähigkeit die Jury des Diagonale-Schauspielpreises. Die Begründung zur Auszeichnung für ihre Rolle in „Der Knochenmann“ lautete: „Diese Schauspielerin verwandelt sich in eine Frau, die uns allen bekannt vorkommt, die 'ganz normal' ist und dann doch mit ihrem Lachen, ihren Reaktionen, ihrem Schweigen, ihrer Präsenz überrascht.“

Zehn Jahre später, 2019, erhielt Birgit Minichmayr den Großen Diagonale-Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur. Die Jury würdigte damals: „Birgit Minichmayr zieht einen sofort in ihren Bann – man kann den Blick nicht von ihr lassen, so außergewöhnlich ist ihre Kraft. Mit ihrem Spiel, mit ihrer Präsenz hat sie österreichischen genauso wie internationalen Produktionen zu unvergleichlicher Intensität verholfen.“

2024 folgte ein weiterer Diagonale-Schauspielpreis „Mit einem Tiger schlafen“. Die Jury zeigte sich erneut beeindruckt: „Es ist schwer, kein Muffensausen zu verspüren bei diesem hohen Drahtseilgang durch das Leben der Maria Lassnig, die Birgit Minichmayr in atemberaubender und kongenialer Weise verkörpert, ohne ein Fangnetz und ganz ohne Maske.“

Rückblick auf österreichische Filmgeschichte

Mit der Reihe „Position“ zu Birgit Minichmayr würdigt die Diagonale im Jubiläumsjahr des Festivals eine der bedeutendsten Schauspielerinnen Österreichs. Sie zeigt damit die große Vielfalt ihrer Arbeit und zugleich ein Stück österreichischer Filmgeschichte.

Das Gartenbaukino hat die Diagonale bei den Fotoaufnahmen freundlich unterstützt. Dafür bedankt sich das Festival.

Quelle: https://www.diagonale.at/position-birgit-minichmayr

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