Diakonie warnt vor Abschaffung der FSJ-Anrechnung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Anrechenbarkeit? mit Kreuz, Menschen gehen auf Puzzle, Kalender 12 Monate, schützende Hand
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Diakonie appelliert an die Parlamentsparteien, die Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahrs auf den Zivildienst beizubehalten. Eine Abschaffung würde engagierte junge Männer bestrafen und die Gewinnung von Nachwuchs für Sozialberufe erschweren.

Die Diakonie blickt mit Sorge auf Überlegungen, die Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres (FSJ) auf den Zivildienst zu streichen. Im Namen tausender engagierter Jugendlicher richtet die Organisation einen Appell an die Parlamentsparteien, diese Möglichkeit zu bewahren. Falls Wehr- und Zivildienst verlängert werden sollten, sei es sinnvoll, das FSJ nicht über zwölf Monate hinaus auszudehnen. Die Dauer müsse mit den Bildungs- und Lebenswegen junger Menschen vereinbar bleiben.

Engagement dürfe nicht bestraft werden

Es sei widersprüchlich, junges Engagement fördern zu wollen und gleichzeitig Hürden für jene aufzubauen, die bereit sind, sich für andere einzusetzen. Die Abschaffung der Anrechenbarkeit wäre ein falsches Signal an engagierte junge Männer, so die Diakonie.

Nachwuchs für Sozialberufe gefährdet

Verschlechterungen beim FSJ würden nicht nur das Engagement junger Männer schwächen, sondern auch die Bemühungen beeinträchtigen, sie für Sozialberufe zu gewinnen. Mehr als 70 Prozent der FSJ-Absolventinnen und -Absolventen entscheiden sich im Anschluss für eine Tätigkeit im Sozial- oder Pflegebereich.

Zivildienst und Freiwilliges Soziales Jahr seien für Jugendliche bedeutende Phasen, in denen sie nicht nur gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sondern auch wesentliche berufliche und persönliche Erfahrungen sammeln können.

Zivildienst als Sozial- und Friedensdienst

Kritisch bewertet die Diakonie Bestrebungen, den Zivildienst noch stärker der militärischen Landesverteidigung unterzuordnen. Der Zivildienst solle vielmehr der sozialen Sicherheit des Landes dienen und zu einem Sozial- und Friedensdienst weiterentwickelt werden. Demokratie, Frieden und soziale Sicherheit müssten international gefördert werden.
Um den Zivildienst zu stärken, sollten Zivildienstleistende künftig mehr Aufgaben übernehmen dürfen. Ein qualifizierter Einsatz der jungen Menschen sei immer noch mit bürokratischen, praktischen und finanziellen Hürden verbunden. Weiters fordert die Diakonie eine Aufwertung des Zivildienstes in Kindergärten. Diese sind derzeit in Kategorie 3 eingestuft, was bedeutet, dass es kein Zivildienstgeld vom Bund gibt. Wieso Kindergärten nicht gefördert werden, sei nicht erschließbar, so die Diakonie.

Lange Tradition in der Diakonie

Sowohl der Zivildienst als auch das Freiwillige Sozialjahr haben eine lange Tradition in der Diakonie. Die Geschichte des FSJ reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, damals wurde es „diakonisches Jahr“ genannt. Seine moderne gesetzliche Grundlage erhielt das FSJ durch das Freiwilligengesetz 2012.

Quelle: https://www.diakonie.at/news-stories/pressemitteilung/diakonie-anrechenbarkeit-des-freiwilligen-sozialjahrs-auf-den-zivildienst-bewahren

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