Diesel und Benzin im Juli um bis zu elf Cent teurer

Pia ProdingerPia Prodinger
Tanken: Hand hält Zapfpistole beim Betanken eines Autos an einer Tankstelle
© ClickerHappy / Pexels (Symbolbild)

In Kärnten kostete ein Liter Diesel im Juli 1,89 Euro, Eurosuper 1,79 Euro. Der Preisanstieg gegenüber Juni wird mit der Eskalation im Irankrieg begründet. Der VCÖ fordert Maßnahmen zur Senkung des Spritverbrauchs, so der VCÖ.

Der mittlere Preis für Diesel lag im Juli in Kärnten bei 1,89 Euro pro Liter, wie der VCÖ auf Grundlage von Daten der E-Control bekannt gab. Eurosuper war mit rund 1,79 Euro um zehn Cent günstiger. Gegenüber Juni bedeutet das beim Diesel einen Anstieg um elf Cent, bei Eurosuper um neun Cent. Als Grund wird die neuerliche Eskalation im Irankrieg genannt. Im Vergleich zu Mai, April und März blieb der Dieselpreis im Juli jedoch niedriger.

VCÖ kritisiert fehlende Verbrauchsreduktion

Der VCÖ übte am Freitag scharfe Kritik an der ausbleibenden Strategie zur Senkung des Spritverbrauchs. VCÖ-Experte Michael Schwendinger erklärte, eine Spritverbrauchsbremse wäre deutlich wirksamer als die Spritpreisbremse. Es fehle nach wie vor ein gezieltes Maßnahmenpaket, das den Treibstoffverbrauch und die Erdölabhängigkeit des Verkehrs senke. „Das kommt der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt teuer“, so Schwendinger.

Laut Statistik Austria verbrauchten die Pkws der Kärntner Haushalte im Zeitraum 2023/2024 durchschnittlich 6,7 Liter Benzin und 6,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Bei den aktuellen Preisen ergeben sich daraus Kilometerkosten von 12,6 Cent für Benzin-Pkw und 13,2 Cent für Diesel-Pkw.

Potenzial für deutliche Einsparungen

Würde der Durchschnittsverbrauch auf fünf Liter pro 100 Kilometer gesenkt, würden die Kilometerkosten auf 9,4 Cent bei Benzin und 10,3 Cent bei Diesel sinken. Pro 100 Kilometer bringe diese Verbrauchsreduktion eine Ersparnis von rund drei Euro und damit ein Vielfaches der Spritpreisbremse, rechnete Schwendinger vor. Das bereits in den 1990er Jahren von Herstellern versprochene Drei-Liter-Auto würde die Spritkosten sogar halbieren.

Forderung nach Tempo-Limits und Verkehrswende

Der VCÖ verlangt ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Reduktion des Spritverbrauchs. Dazu zählen verstärkte Anreize für den Umstieg auf Öffentliche Verkehrsmittel, die Bildung von Fahrgemeinschaften, der Ausbau der Radinfrastruktur sowie Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden. Auch eine Absenkung der erlaubten Geschwindigkeit wird gefordert.

Laut Umweltbundesamt würden Tempo 120 statt 130 auf Autobahnen und Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen den jährlichen Spritverbrauch in Österreich gemeinsam um 120 Millionen Liter senken. Das entspreche bei aktuellen Preisen einer Kostenersparnis von rund 230 Millionen Euro pro Jahr.

Österreich hinkt bei E-Mobilität hinterher

Zudem müsse die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten rascher vorangetrieben werden, fordert der VCÖ. Österreich liege hier weit hinter der europäischen Spitze zurück. Während in Dänemark im ersten Halbjahr bereits rund 80 Prozent der Neuwagen Elektroautos waren und in Norwegen sogar fast 98 Prozent, waren es in Österreich nur 24 Prozent.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3365031/

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