Digitaler Nachlass: Was mit Online-Daten nach dem Tod passiert

Pia ProdingerPia Prodinger
Laptop mit Augen und Binärcode auf dem Bildschirm als Symbol für Überwachung
© Jürgen Fälchle - Fotolia

Social-Media-Konten, Handyfotos und Kryptowährungen zählen zum digitalen Nachlass. Wer sich nicht rechtzeitig darum kümmert, hinterlässt Angehörigen oft unlösbare Probleme – im schlimmsten Fall gehen sogar Vermögenswerte verloren, so der ORF.

Zum digitalen Nachlass gehören Fotos auf dem Smartphone, Profile in sozialen Netzwerken oder digitales Vermögen. Fehlt der Zugang zu Kryptowährungen, können diese unwiederbringlich verloren gehen. Häufig wird die Relevanz des Themas erst erkannt, wenn es bereits zu spät ist.

Lena Mileder, Expertin für digitalen Nachlass, erklärt: „Oft fällt es erst dann auf, wenn einem Verstorbenen auf Facebook zum Geburtstag gratuliert wird und es eigentlich nur noch die Möglichkeit gibt, das Konto zu löschen.“

Passwörter rechtzeitig sichern

Eine wirksame Vorsorgemaßnahme ist es laut Mileder, Passwörter rechtzeitig zu sammeln und sicher zu verwahren – beispielsweise in einem Passwort-Manager oder einem Passwort-Buch. Doch nicht nur fehlende Zugangsdaten bereiten Angehörigen Schwierigkeiten. Häufig bleibt auch unklar, was mit den Konten in sozialen Netzwerken geschehen soll.

Manche Internet-Plattformen ermöglichen es bereits im Vorfeld festzulegen, was mit Bildern, Videos und anderen Inhalten passieren soll. Bei Facebook kann eine Person bestimmt werden, die das Konto nach dem Tod verwaltet. Alternativ lässt sich das Profil löschen oder als Gedenkprofil weiterführen.

Frühzeitige Auseinandersetzung entscheidend

Für Mileder ist vor allem wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und Angehörige zu informieren. „Man soll sich überlegen, was gespeichert oder gelöscht werden soll. Mit diesen Informationen soll man sowohl zu Angehörigen, als auch zum Notar gehen.“

Die Expertin betont, dass das Thema zunehmend an Bedeutung gewinnt – insbesondere für junge Menschen. Diese hinterlassen im Laufe ihres Lebens einen besonders großen digitalen Fußabdruck. Für digitale Vorsorge sei es nie zu früh.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3363355/

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