Digitaler Produktpass sorgt für Diskussion in St. Pölten

Die ecoplus Plattform für Green Transformation & Bioökonomie hat Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu einem Workshop nach St. Pölten geladen. Im Mittelpunkt standen der Digitale Produktpass und die EU-Ökodesign-Verordnung.
Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) und der Digitale Produktpass (DPP) gehören zu den wichtigsten Werkzeugen der europäischen Kreislaufwirtschaftspolitik. Die damit einhergehenden Vorgaben verunsichern jedoch zahlreiche Betriebe. Aus diesem Grund organisierte die ecoplus Plattform für Green Transformation & Bioökonomie einen Informations- und Austauschworkshop in St. Pölten. Ziel war es, Betriebe rechtzeitig über anstehende Neuerungen zu unterrichten und Raum für Diskussion sowie Vernetzung zu bieten.
Fachleute der Universität für angewandte Wissenschaften St. Pölten, der Research Studios Austria und der Wirtschaftskammer Österreich lieferten Einblicke in die Materie. Sie erläuterten die Grundlagen der Ökodesign-Verordnung und die geplante Einführung des Digitalen Produktpasses. Der DPP wird künftig schrittweise für zahlreiche Produktgruppen verpflichtend und könnte langfristig einen Großteil der in der Europäischen Union gehandelten Produkte betreffen.
Informationen zu Materialien, Nachhaltigkeit, Reparierbarkeit, Wiederverwendung und Recycling sollen digital zugänglich gemacht werden. Besonders die praktischen Folgen für Unternehmen standen im Fokus der Diskussionen.
Zustimmung zum Grundgedanken, Skepsis bei Bürokratie
Viele Betriebe unterstützen die Idee einer nachhaltigeren und kreislauffähigen Wirtschaft, blicken aber skeptisch auf zusätzliche Dokumentations- und Berichtspflichten. Vor allem die noch große Unsicherheit bezüglich technischer Standards, Datenanforderungen und konkreter Umsetzungsfristen führte zu einer engagierten und teilweise hitzigen Diskussion.
Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten die Befürchtung, dass insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand belastet werden könnten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein frühzeitiges Verständnis der Anforderungen entscheidend sein wird, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.
Leitprojekt PACE-DPP als Unterstützung
Neben den regulatorischen Rahmenbedingungen wurden auch konkrete Umsetzungsansätze und Innovationspotenziale vorgestellt. Die Research Studios Austria präsentierten aktuelle Aktivitäten rund um das österreichische Leitprojekt PACE-DPP sowie weitere Forschungsinitiativen, die Unternehmen bei der Umsetzung des Digitalen Produktpasses unterstützen sollen.
Dabei wurde insbesondere aufgezeigt, dass der DPP nicht nur als Compliance-Instrument verstanden werden kann, sondern auch die Grundlage für neue datenbasierte Geschäftsmodelle, transparente Wertschöpfungsketten und innovative Kreislaufwirtschaftslösungen bildet.
Hoher Bedarf an Austausch in Niederösterreich
Ein wesentliches Ergebnis der Veranstaltung war die Erkenntnis, dass in Niederösterreich ein hoher Bedarf an Austausch, Orientierung und gemeinsamer Entwicklung von Lösungen besteht. Die Gespräche machten deutlich, dass viele Fragestellungen branchenübergreifend auftreten und daher auch gemeinsam adressiert werden sollten.
Die ecoplus Plattform für Green Transformation & Bioökonomie wird die entstandenen Kontakte und Ideen nutzen, um neue Innovationsprojekte an der Schnittstelle von Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Produktentwicklung aufzubauen. Konkret arbeiten die Research Studios Austria und die Universität für angewandte Wissenschaften St. Pölten an einer Einreichung für ein gefördertes Projekt. Interessierte Unternehmen sind eingeladen, die Möglichkeit zu nutzen.
Quelle: https://www.ecoplus.at/newsroom/digitaler-produktpass-und-oekodesign-verordnung

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