Digitales Patientensystem startet in Zwettl und Waidhofen

In den Landeskliniken Zwettl und Waidhofen an der Thaya wird ein neues digitales Patientendatensystem eingeführt. Das NÖPDMS soll die Intensivversorgung durch zentrale Dokumentation verbessern und nach Schulungen im November 2026 in Betrieb gehen.
Die Landeskliniken Zwettl und Waidhofen an der Thaya führen das Niederösterreichische Patient Data Management System (NÖPDMS) ein. Das System bündelt medizinische, pflegerische und medizintechnische Daten in einer zentralen digitalen Plattform. Behandlungsteams erhalten dadurch strukturierten und aktuellen Zugriff auf alle relevanten Informationen, was klinische Entscheidungen erleichtern und die Nachvollziehbarkeit des Behandlungsverlaufs verbessern soll.
Zentrale Erfassung von Intensivdaten
In der Intensivmedizin fallen innerhalb kurzer Zeit große Datenmengen an. Dazu gehören Vitalparameter, Beatmungswerte, Laborbefunde, Flüssigkeitsbilanzen und Medikamentengaben sowie ärztliche und pflegerische Maßnahmen. Das neue System führt diese Informationen digital zusammen und stellt sie im zeitlichen Verlauf übersichtlich dar.
Dadurch können Veränderungen des Gesundheitszustandes früher erkannt werden. Blutdruckwerte, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Beatmungseinstellungen und verabreichte Medikamente lassen sich unmittelbar miteinander vergleichen. Auffällige Entwicklungen werden schneller sichtbar und können zeitnah in Therapieentscheidungen einfließen.
Auch bei der Medikamentengabe unterstützt die strukturierte Dokumentation die Sicherheit. Dosierungen, Verabreichungszeitpunkte und Therapieänderungen werden eindeutig dargestellt.
Automatisierte Datenübernahme entlastet Personal
Ein zentraler Vorteil liegt in der automatisierten Übernahme von Daten aus angeschlossenen medizinischen Geräten. Werte von Patientenmonitoren, Beatmungsgeräten und weiteren medizintechnischen Systemen müssen nicht mehr manuell übertragen werden.
Dies reduziert den administrativen Aufwand, vermeidet Übertragungsfehler und entlastet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Medizin und Pflege. Die gewonnene Zeit kann für die direkte Betreuung, Therapie und Kommunikation mit Patientinnen, Patienten und deren Angehörigen genutzt werden.
Bei Dienstübergaben und Visiten können die behandelnden Teams rasch auf aktuelle Befunde, Therapieentscheidungen und dokumentierte Veränderungen zugreifen. Dies erleichtert den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Berufsgruppen.
Einheitliche Standards an beiden Standorten
Das System ermöglicht eine standortübergreifend standardisierte Dokumentation. Einheitliche digitale Arbeitsabläufe schaffen vergleichbare Qualitätsstandards und erleichtern die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kliniken.
Die Teams profitieren von einer einheitlichen Struktur und vertrauten Benutzeroberfläche. Informationen können schneller erfasst und eindeutig interpretiert werden. Dies stärkt die Versorgungskontinuität über Abteilungs- und Standortgrenzen hinweg.
Die Einführung erfolgt in enger Zusammenarbeit beider Klinikstandorte. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Medizin und Pflege arbeiten in mehreren gemeinsamen Workshops an der Umsetzung. Dabei fließen praktische Erfahrungen und Anforderungen direkt in die Konfiguration ein.
Beteiligt sind am Landesklinikum Zwettl die Intensivstation, Anästhesie und Care, am Landesklinikum Waidhofen an der Thaya die Intensivstation und Anästhesie.
Das NÖPDMS soll im Landesklinikum Zwettl nach der Schulung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im November 2026 starten.
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