Disoski kritisiert Doskozil wegen Aussagen zu Gleichstellung

Die Grünen-Frauensprecherin Meri Disoski übt scharfe Kritik an Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Dieser hatte in einem Interview erklärt, absolute Geschlechtergerechtigkeit sei nicht erreichbar, und gleichzeitig einen verpflichtenden Dienst auch für Frauen gefordert.
Meri Disoski reagiert mit deutlichen Worten auf Äußerungen des SPÖ-Landeshauptmanns aus dem Burgenland. In einem Interview mit dem Standard hatte Hans Peter Doskozil erklärt, dass „absolute Geschlechtergerechtigkeit“ nicht zu erreichen sei. Zugleich sprach er sich für einen verpflichtenden Wehr- oder Sozialdienst auch für Frauen aus.
Die Grünen-Politikerin weist diese Position entschieden zurück: „Frauen brauchen keine Politiker, die ihnen erklären, warum Gleichstellung angeblich unerreichbar ist. Sie brauchen Politikerinnen und Politiker, die endlich dafür sorgen, dass sie Realität wird“, so Disoski. Wer Geschlechtergerechtigkeit für unerreichbar erkläre, gebe sich mit Ungleichheit ab – das sei nicht der Auftrag von Politik.
Kritik kurz vor Equal Pension Day
Besonders der Zeitpunkt der Aussagen stößt auf Kritik. Zwei Tage vor dem Equal Pension Day erkläre ein SPÖ-Landeshauptmann Geschlechtergerechtigkeit für unerreichbar und wolle Frauen zusätzliche Pflichtdienste auferlegen, kritisiert die Frauensprecherin.
Frauen in Österreich erhalten noch immer um rund 40 Prozent niedrigere Pensionen als Männer. Wer soziale Gerechtigkeit für sich reklamiere, sollte alles daransetzen, diese Ungleichheiten endlich zu beseitigen – nicht sie kleinzureden und Frauen zusätzliche Lasten aufzubürden, so Disoski.
Unbezahlte Care-Arbeit und Einkommensunterschiede
Frauen leisten bereits heute den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit, verdienen weniger und beziehen niedrigere Pensionen, führt die Grünen-Politikerin aus. Wer darauf mit zusätzlichen Pflichtdiensten für Frauen antworte, habe Gleichstellung nicht verstanden. Das sei keine Frauenpolitik, sondern ein Rückschritt.
Wer Gleichstellung ernst meine, müsse endlich handeln, fordert Disoski. Dazu gehöre auch die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Frauen bräuchten keine neuen Verpflichtungen, sondern gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, faire Pensionen und echte Chancengleichheit.
Quelle: OTS
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