Donau-Niedrigwasser bremst Schifffahrt in Österreich

Mathias FischerMathias Fischer
Donau Niedrigwasser: Frachtschiff, Fahrgastschiff, Zug und LKW am trockenen Ufer
© Mit KI (Gemini) generiert

Fehlende Niederschläge und hohe Temperaturen haben die Pegelstände der Donau sinken lassen. Die Schifffahrt ist dadurch eingeschränkt, eine behördliche Sperre gibt es aber nicht. Sowohl Güter- als auch Passagierschiffe sind betroffen.

Die Donau führt derzeit wenig Wasser. Grund dafür sind ausbleibender Regen und hohe Temperaturen. Das wirkt sich auf die Schifffahrt aus, wie der staatliche Wasserstraßenbetreiber viadonau bestätigt. Eine behördliche Sperre wurde aber nicht verhängt. Dennoch müssen sowohl Fracht- als auch Passagierschiffe mit Einschränkungen leben. Die DDSG Blue Danube fährt derzeit nur nach einem reduzierten Fahrplan.

Wegen der niedrigen Wasserstände können Frachtschiffe nicht vollständig beladen werden. Manche Reedereien stellen den Betrieb sogar komplett ein. Die Entscheidung darüber liegt bei den Schiffsführerinnen und -führern, wie viadonau auf Anfrage der APA mitteilt. Auch die Nebenflüsse der Donau sind vom trockenen Frühling und dem niederschlagsarmen Sommerbeginn betroffen – darunter Traun und Enns in Oberösterreich sowie die Ybbs in Niederösterreich.

Passagierschiffe länger einsatzfähig

Der Wasserstraßenbetreiber viadonau hält die Fahrrinne das ganze Jahr über in Stand, unter anderem durch Ausbaggern. Bei der Betroffenheit gibt es Unterschiede je nach Schiffstyp: Passagierschiffe wie Ausflugs- oder Kreuzfahrtschiffe haben einen geringeren Tiefgang und können daher länger fahren als Güterschiffe.

Johannes Kammerer, Flottenkommandant der DDSG Blue Danube, erklärt, dass es keinen allgemeingültigen Pegelwert für alle Strecken und Schiffe gebe. An allen relevanten Stellen der Donau in Österreich – etwa in der Wachau oder östlich von Wien – seien Pegelmessstellen installiert. „Anhand dieser Pegelwerte in Bezug auf den Tiefgang eines Schiffes kann sich der Kapitän errechnen, ob er einen bestimmten Streckenabschnitt gefahrlos befahren kann oder nicht“, so Kammerer. Laut Website bietet das Unternehmen derzeit nur einen eingeschränkten Fahrplan an.

Hafen Wien kompensiert über Schiene und Straße

Der Hafen Wien bekommt die Auswirkungen trotz geringerem Schiffsverkehr kaum zu spüren. Die Kundennachfrage könne gut erfüllt werden, heißt es. Das liege an der Trimodalität des Hafens: Kommt weniger auf dem Wasserweg an, wird mehr über Schiene oder Straße transportiert. Die österreichischen Donau-Häfen seien gut ausgestattet, sagt Dieter Pietschmann vom Hafen Wien. Wenn eine Transportart nicht gut funktioniere, werde sie durch eine andere sofort kompensiert.

Einerseits werden die Schiffe wegen des Niedrigwassers weniger stark beladen, andererseits kommen weniger Schiffe in den Häfen an. Das Schiff sei das billigste Transportmittel, heißt es vom Hafen Wien. Je nach Dringlichkeit entscheide der Kunde, ob auf Zug oder Lkw umgeladen wird. Häufig verschifft werden Öl, Getreide, Schrott oder Kies. Diese Güter kommen teilweise aus der Donauregion oder aus Frankreich über den Rhein-Main-Donau-Kanal.

Quelle: APA

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