Dornbirn-Kalender zeigt Stadt vor 100 Jahren in Farbe

Mathias FischerMathias Fischer
Kinder auf einer Blumenwiese mit Bergpanorama und Dorf
© Stadt Dornbirn, Stadtarchiv Dornbirn

Der Dornbirn-Kalender 2027 präsentiert zwölf historische Farbfotografien aus den Jahren 1908 bis 1925. Die Aufnahmen stammen von Arzt und Amateurfotograf Dr. Franz Bertolini, der mit dem damals revolutionären Autochrome-Verfahren experimentierte.

Historische Stadtansichten und Alltagsszenen in ungewöhnlicher Farbenpracht – das bietet der neue Kalender des Stadtarchivs Dornbirn. Unter dem Titel „Ein Blick zurück in Farbe“ werden zwölf Aufnahmen gezeigt, die zwischen 1908 und 1925 entstanden sind. Sie dokumentieren vertraute Landschaften, Gebäude und Szenen aus dem Alltag in einer für diese Epoche außergewöhnlichen Farbigkeit.

Pionier der Farbfotografie

Verantwortlich für die Bilder war Dr. Franz Bertolini (1875–1965), ein vielseitig interessierter Dornbirner Arzt, Musiker und Künstler. Als begeisterter Amateurfotograf wandte er sich früh der Farbfotografie zu. Kurz nachdem die Brüder Lumière 1907 das sogenannte Autochrome-Verfahren vorgestellt hatten, begann Bertolini damit zu arbeiten. Hunderte Farbaufnahmen schuf er in dieser Zeit, die heute zur historischen Fotosammlung des Stadtarchivs gehören.

Das Autochrome-Verfahren galt als technische Sensation. Erstmals ließen sich Fotografien mit natürlichen Farben aufnehmen. Glasplatten wurden dafür mit winzigen, unterschiedlich eingefärbten Kartoffelstärkekörnern beschichtet. Die aufwendige Technik erforderte lange Belichtungszeiten, verlieh den Bildern aber eine besondere Farbwirkung mit sanften Tönen und teilweise malerischer Anmutung.

Von Marktplatz bis Bergkapelle

Monat für Monat führt der Kalender zu bekannten und teilweise längst veränderten Orten. Im Jänner ist eine winterliche Aufnahme des Dornbirner Marktplatzes von 1929 zu sehen, mit dem Verkaufsstand von Konstantina Tamanini, die über Jahrzehnte das Marktgeschehen mitprägte. Im Frühling folgen Fotografien von Karren und Staufen, von Knie und der Kapelle am Romberg. Der Sommer zeigt die historische Gloriette am Zanzenberg und eine idyllische Szene in Mühlebach.

Auch das Alltagsleben wird sichtbar: In der Haldengasse gießt Bertolinis Tochter Blumen, ein anderes Motiv dokumentiert die Apfel- und Kürbisernte. Den Abschluss bilden Ansichten des Hatlerbilds und der Kapelle in Oberfallenberg. Jedes Kalenderblatt wird von einem erläuternden Text begleitet, der historische Hintergründe zu Stadtteilen, Gebäuden und Lebensbedingungen früherer Generationen liefert.

Stadtarchiv macht Schatz zugänglich

Für Bildauswahl und Texte zeichnet Viktor Glatz vom Stadtarchiv Dornbirn verantwortlich. Mit dem Kalender setzt das Archiv seine Reihe historischer Bildkalender fort und macht einen weiteren Teil seiner umfangreichen Sammlung öffentlich zugänglich.

„Diese Fotografien sind etwas ganz Besonderes. Sie zeigen uns das Dornbirn unserer Großeltern und Urgroßeltern in Farben, die wir aus dieser Zeit kaum kennen. Damit wird unsere Stadtgeschichte auf eine überraschend lebendige Weise sichtbar“, erklärt Bürgermeister Markus Fäßler.

Der Dornbirn-Kalender 2027 ist zum Preis von 24 Euro erhältlich – über Dornbirner Buchhandlungen, das Stadtmuseum und Dornbirn Tourismus.

Frau mit Krug am Fenster eines Holzhauses mit Blumen und Korb
© Stadt Dornbirn, Stadtarchiv Dornbirn

Quelle: https://aktuell.dornbirn.at/presseaussendung/2026-11-02-100-jahre-alte-farbfotografien-im-neuen-dornbirn-kalender

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