Dornbirn spart eine Million Kilowattstunden mit LED-Umstellung

Die Stadt Dornbirn hat die Modernisierung ihrer öffentlichen Straßenbeleuchtung abgeschlossen. Rund 4.500 Lichtpunkte wurden auf LED-Technologie umgerüstet, wodurch der Energieverbrauch um 70 Prozent sinkt.
Die Vorarlberger Stadt Dornbirn hat in den vergangenen Jahren ihre gesamte öffentliche Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie umgestellt. Insgesamt wurden etwa 4.500 Lichtpunkte erneuert. Die Umstellung führt zu einer Reduktion des Energiebedarfs um rund 70 Prozent. Pro Jahr werden dadurch etwa eine Million Kilowattstunden Strom eingespart – eine Menge, die dem Jahresverbrauch von rund 300 durchschnittlichen Haushalten entspricht.
Die neuen Leuchten ermöglichen eine präzisere Ausleuchtung von Straßen und Wegen, reduzieren die Lichtverschmutzung und verringern den Wartungsbedarf. Das Projekt kostete rund vier Millionen Euro und wurde zur Hälfte gefördert. Es ist ein zentraler Bestandteil der Klima- und Energiestrategie der Stadt.
Drastische Senkung des Stromverbrauchs
Vor der Modernisierung waren in Dornbirn hauptsächlich Quecksilberdampf-, Natriumhochdruck- und Leuchtstofflampen im Einsatz. Diese Technologien verbrauchten deutlich mehr Energie und erforderten häufige Wartungsarbeiten durch den regelmäßigen Austausch der Leuchtmittel. Durch die LED-Umstellung sank der jährliche Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung von etwa 1,5 Millionen auf rund 470.000 Kilowattstunden.
Bei einem angenommenen Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich eine jährliche Kostenersparnis von etwa 210.000 Euro.
Gezielte Beleuchtung und weniger Lichtverschmutzung
Die Umstellung diente nicht nur der Energieeinsparung, sondern auch der Verbesserung der Beleuchtungsqualität. Moderne LED-Leuchten erlauben eine deutlich präzisere Lichtsteuerung. Straßen, Gehwege und Radwege werden gezielt beleuchtet, während weniger Licht in angrenzende Gärten, Wohnräume oder Grünflächen streut.
Zum Einsatz kamen unter anderem rund 1.550 Leuchten des Typs ISARO PRO von Thorn Lighting, einem Unternehmen der Zumtobel Group, sowie Luma-Leuchten von Philips. Die Lichttechnik wurde an unterschiedliche Straßenprofile und örtliche Gegebenheiten angepasst. Die warmweiße Lichtfarbe mit 3.000 Kelvin sorgt für angenehme Beleuchtung und vermeidet den hohen Blauanteil kaltweißer Lichtquellen.
Die Verringerung der Lichtverschmutzung ist ein wichtiger Nebeneffekt. Künstliches Licht beeinflusst die Lebensräume von Tieren und Pflanzen, insbesondere Insekten reagieren empfindlich auf künstliche Beleuchtung. Durch die gezielte Lichtlenkung wird die nächtliche Umgebung weniger stark belastet. Zusätzlich kann die Beleuchtung in verkehrsarmen Nachtstunden automatisch gedimmt werden, was weitere Energieeinsparungen ermöglicht.
Umsetzung in allen Stadtteilen
Die Stadtvertretung beschloss die umfassende Modernisierung im Juli 2023. Anfang 2024 starteten die Arbeiten im Bezirk Rohrbach. Danach folgten Schoren, Haselstauden, das Messequartier, der Markt, Hatlerdorf und Oberdorf. Auch Ebnit und die Bergparzellen wurden in das Programm einbezogen.
Die Umsetzung erforderte detaillierte Planung, da unterschiedliche Straßenbreiten, Maststandorte und örtliche Gegebenheiten berücksichtigt werden mussten. Neben dem Austausch der Leuchten wurde auch die technische Infrastruktur erneuert, darunter die Modernisierung von Schaltschränken, die den Betrieb der Straßenbeleuchtung steuern.
Vorbereitung auf künftige Entwicklungen
Mit der neuen Straßenbeleuchtung hat Dornbirn auch die Grundlage für zukünftige technische Entwicklungen geschaffen. Die eingesetzten Leuchten verfügen größtenteils über standardisierte Schnittstellen, über die zusätzliche Steuerungs- und Sensortechnik eingebunden werden kann. Dadurch lassen sich die Anlagen bei Bedarf weiterentwickeln, ohne die gesamte Beleuchtung erneut austauschen zu müssen.
Die moderne LED-Technologie zeichnet sich durch ihre hohe Lebensdauer aus. Für die eingesetzten ISARO-PRO- und Luma-Leuchten nennt der Hersteller eine mögliche Betriebsdauer von bis zu 100.000 Stunden. Dadurch reduzieren sich der Materialverbrauch sowie der Aufwand für Wartung und Austausch.
Teil der städtischen Klimastrategie
Die Umstellung der Straßenbeleuchtung ist Teil der langfristigen Bemühungen Dornbirns, den Energieverbrauch zu senken und die kommunale Infrastruktur klimafreundlicher zu gestalten. Neben der energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude, dem Ausbau erneuerbarer Energien und Maßnahmen für nachhaltige Mobilität gehört auch die effiziente Nutzung von Strom zu den wesentlichen Handlungsfeldern der städtischen Klima- und Energiepolitik.
Die Straßenbeleuchtung ist über viele Stunden im Jahr in Betrieb und verursacht einen kontinuierlichen Energiebedarf. Durch die flächendeckende Umstellung können deshalb dauerhaft erhebliche Mengen Strom eingespart werden. Die umfangreiche Förderung hat dazu beigetragen, diese Investition in vergleichsweise kurzer Zeit im gesamten Stadtgebiet umzusetzen.
Reaktionen aus der Stadtpolitik
Bürgermeister Markus Fäßler bezeichnete die Umstellung als eines der größten Energieeffizienzprojekte der Stadt: „Wir investieren damit nicht nur in eine moderne Infrastruktur, sondern reduzieren auch dauerhaft den Energieverbrauch und die laufenden Kosten. Besonders wichtig ist, dass solche Maßnahmen konkrete und langfristige Verbesserungen bringen.“
Tiefbaustadträtin Judith Knabl betonte die verbesserte Beleuchtungsqualität: „Mit der neuen LED-Technologie können wir das Licht wesentlich gezielter einsetzen. Davon profitieren die Verkehrsteilnehmer:innen ebenso wie die Anrainer:innen und die Umwelt.“
Energiestadtrat Gebhard Kröss hob das Einsparpotenzial hervor: „Rund 70 Prozent weniger Stromverbrauch sind eine beachtliche Einsparung. Das zeigt, welches Potenzial in der Modernisierung bestehender Infrastruktur steckt.“

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