Dornbirn verlängert Städtepartnerschaft mit Sélestat

Die Städtepartnerschaft zwischen Dornbirn und der elsässischen Stadt Sélestat wird um weitere zehn Jahre fortgesetzt. Der Vertrag wird am 21. November 2026 im Rahmen der Festsitzung zum 125. Geburtstag Dornbirns unterzeichnet.
Die Stadtvertretung Dornbirn hat die Fortsetzung der Partnerschaft mit der französischen Stadt Sélestat beschlossen. Seit nunmehr 20 Jahren besteht die offizielle Verbindung zwischen den beiden Städten, die von persönlichen Kontakten, regelmäßigen Begegnungen und gewachsener Freundschaft geprägt ist. Bürgermeister Markus Fäßler und sein Amtskollege Denis Digel werden den Partnerschaftsvertrag am 21. November 2026 während der Festsitzung zum 125. Geburtstag der Stadt Dornbirn unterzeichnen.
Die Wurzeln der Verbindung reichen bis ins Jahr 2000 zurück, als erste persönliche Kontakte zwischen den beiden Städten geknüpft wurden. 2006 wurde daraus eine offizielle Städtepartnerschaft, die seither durch gegenseitige Besuche und Austausch zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern beider Städte gepflegt wird.
Zusammenarbeit in Kultur, Sport und Wirtschaft
Die Vereinbarung setzt auf eine breite Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. Neben persönlichen Begegnungen steht der Austausch in Kultur, Sport, Jugend, Soziales und Wirtschaft im Mittelpunkt. Beide Städte möchten voneinander lernen, Erfahrungen teilen und neue Kontakte ermöglichen. Die Partnerschaft soll nicht nur auf politischer Ebene bestehen, sondern von Vereinen, Institutionen und Bürgerinnen und Bürgern getragen werden.
Im Jubiläumsjahr 2026 wurde anlässlich des 20-jährigen Bestehens der offiziellen Städtepartnerschaft im August eine Reise zum bekannten „Corso Fleuri“ nach Sélestat für die Dornbirner Bevölkerung organisiert. Die Reise bot Gelegenheit, die Partnerstadt, ihre Menschen und Traditionen unmittelbar kennenzulernen.
Sélestat: Humanistische Tradition im Elsass
Sélestat, auf Deutsch Schlettstadt, liegt im Elsass, rund 45 Kilometer südlich von Straßburg und 25 Kilometer nördlich von Colmar. In der Stadt leben etwa 19.600 Menschen. Die einstige freie Reichsstadt war über Jahrhunderte ein Zentrum des Humanismus, woran die Humanistische Bibliothek bis heute erinnert. Geprägt wird Sélestat zudem von der Geschichte der Résistance und vom Einsatz für Menschenrechte.
Bürgermeister betont Wert der Freundschaft
„Die Partnerschaft mit Sélestat ist über viele Jahre gewachsen und zu einer echten Freundschaft geworden. Sie lebt von den Menschen, die einander begegnen, voneinander lernen und Verbindungen über Grenzen hinweg schaffen. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht, sind solche Beziehungen besonders wertvoll“, betont Bürgermeister Markus Fäßler.
Stadträtin Juliane Alton erklärt: „Städtepartnerschaften machen Europa im Alltag erlebbar. Wenn sich Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennenlernen, gemeinsam Projekte entwickeln und Erfahrungen austauschen, entsteht gegenseitiges Verständnis. Besonders wichtig ist, dass unsere Partnerschaft von vielen Menschen mitgetragen wird – von Vereinen und Kultur ebenso wie von jungen Menschen und engagierten Bürger:innen.“
Europäische Tradition der Völkerverständigung
Die Idee der Völkerverständigung entstand nach dem Ersten Weltkrieg. In den 1920er-Jahren förderten Gustav Stresemann und Aristide Briand die deutsch-französische Annäherung und erhielten dafür 1926 den Friedensnobelpreis; zugleich brachten gesellschaftliche Initiativen Menschen beider Länder zusammen.
Nach 1945 entwickelte sich daraus die moderne Städtepartnerschaft: Bürger, Vereine, Schulen, Jugendliche, Kulturschaffende und politische Vertreter sollten sich begegnen und dauerhafte Beziehungen aufbauen, die Kommune wurde zum Ort gelebter Demokratie und Verständigung.
Als Teil eines europäischen Friedensprojekts sollten Begegnungen Vertrauen und Verständnis schaffen und nationalen Feindbildern entgegenwirken, weshalb viele deutsch-französische Partnerschaften die Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg stützten.
Die Partnerschaft zwischen Dornbirn und Sélestat setzt diese Tradition fort: Ihre Aufgabe hat sich gewandelt, ihr Grundgedanke, Menschen über Grenzen hinweg zu verbinden und voneinander lernen zu lassen, ist aktuell geblieben.
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