Doskozil attackiert Babler: „Zustand ist jämmerlich“

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) übt im ORF-Interview scharfe Kritik an der Bundespartei und deren Vorsitzendem Andreas Babler. Interne Umfragen würden die SPÖ bei nur 13 bis 14 Prozent sehen, so der ORF.
Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich im Gespräch mit ORF-Innenpolitikjournalistin Viktoria Waldegger erstmals seit längerem wieder öffentlich zur Lage der Bundespartei geäußert. Er habe bewusst geschwiegen, um nicht den Eindruck zu erwecken, beleidigt zu sein, weil er nicht Bundesparteichef geworden sei. Nun sei jedoch eine Situation eingetreten, bei der man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne.
Umfragewerte bei 13 bis 14 Prozent
Doskozil verwies auf interne Umfragen, die die SPÖ aktuell bei 13 bis 14 Prozent sehen. Die Rohdaten seien laut Meinungsforschern noch schlechter. „Da ist Feuer am Dach. Das ist jämmerlich, dieser Zustand, und da brauchen wir Antworten“, erklärte der burgenländische SPÖ-Chef.
Rücktrittsforderung an Babler
Die Partei müsse pointierter Politik machen und sich so positionieren, dass Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewonnen werden könnten. Dies sei die Aufgabe des Parteivorsitzenden. Auf die Frage, ob Andreas Babler zurücktreten müsse, antwortete Doskozil: Wenn der Parteivorsitzende dieser Aufgabe nicht gewachsen sei, müsse er die Konsequenzen ziehen – wie in jedem Betrieb, Unternehmen oder jeder politischen Bewegung.
Die Bundesparteiführung der SPÖ wollte sich auf ORF-Anfragen nicht äußern. ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner erklärte in einer Aussendung, dass Doskozils Kritik an der Bundesregierung einem Faktencheck nicht standhalte.
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