Drei Naturparke renaturieren Kulturlandschaften
Die Naturparke Jauerling-Wachau, Rosalia-Kogelberg und Südsteiermark starten ein gemeinsames Projekt zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften. Im Mittelpunkt stehen Renaturierung, Biotopvernetzung und die Zusammenarbeit mit Landwirten.
Im Projekt „ReNature³ – Anpacken für die zukunftsfitte Kulturlandschaft“ bündeln drei Naturparke aus Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark ihre Kräfte. Ziel ist es, wertvolle Lebensräume wie Wiesen, Weiden und Streuobstwiesen zu bewahren und wiederherzustellen. Die Initiative wurde am 30. September in Maria Laach am Jauerling vorgestellt.
Kulturlandschaften zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Österreich, benötigen aber eine regelmäßige und angepasste Bewirtschaftung. Klimawandel, zunehmende Trockenheit und Veränderungen in der Landwirtschaft gefährden jedoch ihren Bestand. Viele Flächen werden aufgegeben, was die Erhaltung dieser Lebensräume erschwert.
Praktische Maßnahmen und regionaler Austausch
Das bundesländerübergreifende Vorhaben setzt auf praktische Naturschutzmaßnahmen, die Verbesserung des Biotopverbunds und die Kooperation mit Landwirten, Gemeinden und regionalen Partnern. Gleichzeitig sollen Wissen und Erfahrungen zwischen den drei Naturparkregionen ausgetauscht werden. Erfolgreiche Ansätze sollen auch über die Bundesländergrenzen hinaus nutzbar gemacht werden.
Mathilde Stallegger, Geschäftsführerin des Naturparks Jauerling-Wachau, betont: „Unsere Kulturlandschaft ist durch die Arbeit vieler Generationen von Landwirtinnen und Landwirten entstanden. Damit sie auch in Zukunft erhalten bleibt, brauchen wir beides: wirtschaftlich tragfähige landwirtschaftliche Betriebe und eine vielfältige, widerstandsfähige Natur.“
Kilian Cresnik, Leiter des Naturparks Südsteiermark, erklärt: „Viele wertvolle Lebensräume können nur erhalten werden, wenn sie auch weiterhin bewirtschaftet und gepflegt werden. Mit ReNature³ wollen wir gemeinsam mit den Menschen in der Region konkrete Möglichkeiten entwickeln, wie Biodiversität, Kulturlandschaft und eine zukunftsfähige Landwirtschaft miteinander verbunden werden können.“
Voneinander lernen und gemeinsam Lösungen finden
Marlene Hrabanek-Bunyai, Geschäftsführerin des Naturparks Rosalia Kogelberg, sieht im Austausch zwischen den Regionen eine große Chance: „Die Herausforderungen in unseren Regionen unterscheiden sich in manchen Punkten, gleichzeitig gibt es viele gemeinsame Themen. Genau darin liegt eine große Chance: Wir können voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die direkt in der Praxis wirken.“
Auftaktveranstaltung mit 40 Landwirten
Im Naturpark Jauerling-Wachau fand am 23. September eine Veranstaltung zum Regionalen Naturschutzplan statt. Rund 40 Landwirte aus der Naturparkregion diskutierten aktuelle Herausforderungen in der Bewirtschaftung und im Naturschutz.
Ein zentrales Thema war die außergewöhnliche Trockenheit des heurigen Sommers. Futterknappheit und die zunehmende Belastung landwirtschaftlicher Flächen beschäftigen viele Betriebe. Diskutiert wurde auch, unter welchen Voraussetzungen bereits verbrachte Wiesen wieder in Bewirtschaftung genommen und in Zeiten von Futterknappheit genutzt werden können.
Bei einer anschließenden Exkursion führte Landschaftsökologe Reinhard Kraus die Teilnehmer durch das Biodiversitäts-Kleinod Zehentegg in der Naturpark-Gemeinde Raxendorf. Dabei wurde deutlich, wie eng landwirtschaftliche Nutzung, Pflege und Artenvielfalt miteinander verbunden sind.
Lorenz Reisinger, Obmann des Naturparks Jauerling-Wachau, betont: „Die große Beteiligung der Landwirtinnen und Landwirte zeigt, wie wichtig der gemeinsame Austausch ist. Gerade nach einem Sommer, der viele Betriebe vor große Herausforderungen gestellt hat, müssen wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Als Naturpark wollen wir die Landwirtschaft dabei unterstützen, unsere wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten und gleichzeitig die wirtschaftliche Zukunft der Betriebe zu sichern.“
In den kommenden Jahren werden in allen drei Naturparkregionen weitere konkrete Maßnahmen umgesetzt. Das Projekt wird von Bund, Ländern und Europäischer Union finanziert.
Quelle: https://www.weiten.gv.at/ReNature_-_Anpacken_fuer_die_zukunftsfitte_Kulturlandschaft_
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