Drei Viertel erwarten Deindustrialisierung Österreichs

Die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Österreich wird von Führungskräften so kritisch bewertet wie noch nie. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen rechnen mit einer Deindustrialisierung innerhalb der nächsten zehn Jahre.
Österreichs Industrie steht unter massivem Druck. Obwohl sich die internationale Geschäftslage verbessert, erreicht die Einschätzung der heimischen Produktionsstandorte einen historischen Tiefpunkt. Das zeigt das aktuelle „Made in Austria IndustriePANEL 2026“, das beim 8. Made in Austria IndustrieFORUM an der TU Wien vorgestellt wurde.
55,7 Prozent der befragten Führungskräfte beurteilen die Lage ihrer Unternehmen auf dem Weltmarkt positiv oder sehr positiv – ein Anstieg um 5,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Doch beim Blick auf die österreichischen Standorte kippt die Stimmung: Nur noch 30,7 Prozent bewerten deren Wettbewerbsfähigkeit positiv.
Düstere Zukunftsaussichten
Besonders alarmierend fällt der Ausblick aus: 76,3 Prozent der Befragten erwarten innerhalb der kommenden zehn Jahre eine Deindustrialisierung des Landes. Hohe Kosten, geopolitische Unsicherheiten und internationaler Wettbewerbsdruck belasten den Standort zunehmend.
Gleichzeitig verändern Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Produktion grundlegend. Diese Technologien eröffnen neue Chancen, erfordern aber auch eine Weiterentwicklung von Produktionsprozessen und Geschäftsmodellen.
„Die Unternehmen zeigen trotz schwieriger Rahmenbedingungen Widerstandskraft. Doch hohe Kosten, geopolitische Unsicherheiten und internationaler Wettbewerbsdruck belasten den Standort. Um industrielle Wertschöpfung in Österreich zu sichern, müssen wir Forschung, Innovation und industrielle Produktion wirksamer verbinden“, fasst Studienautor Sebastian Schlund von der TU Wien zusammen.
Forum diskutiert Zukunft der Produktion
Am 19. Oktober 2026 diskutierten beim IndustrieFORUM im TUtheSky Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Forschung über Lösungsansätze. Unter dem Schwerpunkt „Deep Tech Manufacturing“ standen die Potenziale neuer Technologien und Perspektiven für den Standort im Mittelpunkt.
Das IndustriePANEL wird jährlich vom Institut für Managementwissenschaften (IMW) der TU Wien in Kooperation mit dem Institute for Digital Transformation and Strategy (IDS) der FHWien der WKW, Fraunhofer Austria Research GmbH, EIT Manufacturing East GmbH und dem Fachverband der Metalltechnischen Industrie (FMTI) erstellt.
Worüber spricht Wieden morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.