Drei Wochen ohne Smartphone: Schüler wagen Experiment

Mona HopfingerMona Hopfinger
Jugendliche mit Handys auf einem Stufensitz in einem Schulgebäude
© borgbirkfeld.com

Eine Schulklasse in Österreich verzichtete vom 7. bis 28. Oktober 2025 auf Handy und Social Media. Die Jugendlichen wollten herausfinden, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit sie durch Smartphones verlieren.

Von Anfang Oktober bis Ende Oktober 2025 testeten Schülerinnen und Schüler der 6a-Klasse sowie einige Jugendliche aus der 6b, ob ein Leben ohne Handy heute noch möglich ist. Das dreiwöchige Experiment zum Verzicht auf Smartphones und soziale Netzwerke wurde von der Kleinen Zeitung dokumentiert.

Die Initiative ging von den Jugendlichen selbst aus. Nachdem sie eine ORF-Dokumentation über eine niederösterreichische Schule gesehen hatten, wandten sie sich an ihre Lehrkräfte mit dem Wunsch, ein vergleichbares Vorhaben zu starten. Die Teilnehmenden wollten ihren Konsum einschränken, sich von Smartphones lösen und ermitteln, wie viel Lebenszeit durch die Geräte verloren geht.

Während der drei Wochen entschieden sich die Jugendlichen für unterschiedliche Varianten: Einige legten ihr Smartphone komplett beiseite, andere verzichteten nur auf Gaming-Apps und Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat. Manche entfernten sämtliche entsprechende Anwendungen, andere besorgten sich ein klassisches Tastentelefon und hörten Musik über Geräte wie iPods.

Mehr Zeit für Hobbys und Gespräche

Der Start verlief enthusiastisch. Die Schülerinnen und Schüler probierten ihre Tastenhandys aus und wählten Klingeltöne. Bereits nach wenigen Tagen stellten viele fest, dass sie deutlich mehr freie Zeit hatten. Diese nutzten sie zum Üben mit Musikinstrumenten, zum Lesen, für Spaziergänge, zum Lernen oder um Neues auszuprobieren.

Mehrere Teilnehmende berichteten von weniger Stress, weil der Zwang wegfiel, ständig Nachrichten und Benachrichtigungen zu prüfen. Auch die Schulpausen veränderten sich: Anstatt zum Display zu greifen, wurde miteinander geredet, gespielt oder gelesen. Bei mehrtägigen Exkursionen entstanden ausgedehnte Unterhaltungen und gemeinsames Lachen – ganz ohne digitale Ablenkung.

Schwierigkeiten bei kurzfristigen Änderungen

Allerdings zeigte das Experiment auch Grenzen auf. Problematisch wurde es bei spontanen Terminänderungen in Vereinen oder beim Unterricht, die ohne Mobiltelefon nicht kommuniziert werden konnten. Unterwegs fehlte oft die Option, rasch etwas nachzuschlagen oder aktuelle Fahrpläne von Bus und Bahn abzurufen. Das machte deutlich, wie zentral Smartphones mittlerweile im Alltag sind und dass sie sich kaum vollständig ersetzen lassen.

Nachhaltige Verhaltensänderungen

Nach drei Wochen waren viele erleichtert, ihr Handy wieder verwenden zu können. Dennoch hinterließ das Projekt Spuren: Einige Schülerinnen und Schüler löschten Apps wie TikTok oder Instagram dauerhaft oder installierten sie zumindest nicht erneut. Andere richteten sich einen Timer ein oder bemühen sich bewusst, die Bildschirmzeit zu reduzieren.

Im Rückblick bewerteten alle Beteiligten das Projekt als wertvollen Erfahrungsgewinn, aus dem jede und jeder etwas für sich mitnehmen konnte. Manche können sich sogar vorstellen, den Handy-Verzicht künftig zu wiederholen.

Quelle: https://www.borgbirkfeld.com/bewegung-is-halt-gsund-auch-in-da-mathe-stund-2-2-2

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