Dritter Verdächtiger sollte an tödlichem Missbrauch teilnehmen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Justiz und Digitalisierung: Waage mit Smartphones, Gesetzbuch und Hammer vor Gerichtsgebäude
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach dem Tod einer 40-Jährigen in Marchtrenk gibt es einen weiteren Verdächtigen. Ein dritter Mann sollte laut Staatsanwaltschaft Wels am Tatabend dabei sein, erschien aber nicht. Zwei Männer sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Im Fall der getöteten 40-Jährigen aus Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) hat die Staatsanwaltschaft Wels am Donnerstag bestätigt, dass ein dritter Mann am Tatabend hätte teilnehmen sollen. Dieser sei jedoch nicht am Tatort erschienen, erklärte eine Sprecherin der Behörde. Ob es weitere Tatverdächtige gibt, wollten die Ermittler nicht sagen.

Es bestehe allerdings der Verdacht, dass es möglicherweise zu weiteren Tathandlungen mit zusätzlichen Verdächtigungen gekommen sein könnte – unter Umständen auch gegen Bezahlung. Darauf würden Chats hindeuten. Für die beiden inhaftierten Männer wurden psychiatrische Gutachten angeordnet.

Ex-Frau berichtete von Misshandlungen

Die frühere Ehefrau des 51-jährigen Hauptverdächtigen soll über schwere Misshandlungen berichtet haben. Der Mann sei unbescholten, aber „den Strafverfolgungsbehörden bekannt“ gewesen, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Weitere Details dazu wollte sie nicht nennen. Auch zur Frage, ob die Ex-Frau vernommen wurde oder die Tochter des Paares ebenfalls Opfer von Gewalt oder Missbrauch geworden sein könnte, äußerte sie sich nicht.

Die 40-Jährige war am 26. Juni mit stark blutenden Wunden in ihrem Wohnhaus aufgefunden worden. Die Rettungskräfte konnten nur noch ihren Tod feststellen. Eine Obduktion brachte das gesamte Ausmaß der Verletzungen ans Licht.

Ehemann und zweiter Mann in Haft

Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen der 51-jährige Ehemann und ein gleichaltriger zweiter Verdächtiger gemeinsam sexuelle Handlungen an der Frau vorgenommen haben. Das Opfer sei zu diesem Zeitpunkt „schwerst alkoholisiert und daher wehrlos“ gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft.

Jene Handlungen, die letztlich zum Tod der Frau führten, können dem zweiten Täter laut Staatsanwaltschaft nicht zugeordnet werden. Diese werden dem Ehemann zur Last gelegt. Der zweite Verdächtige zeige sich geständig und reuig. Gegen ihn wird in zwei Fällen wegen Missbrauchs einer wehrlosen oder beeinträchtigten Person ermittelt – einmal wegen besonders erniedrigender Tatbegehung. Der Strafrahmen liegt zwischen fünf und 15 Jahren.

Gegen den Ehemann, der bisher schweigt, wird wegen Missbrauchs einer wehrlosen oder beeinträchtigten Person mit Todesfolge ermittelt. Dieser Tatbestand hat denselben Strafrahmen wie Mord: zehn bis 20 Jahre oder lebenslang. Ob es zu einer Mordanklage kommen könnte, ist offen und dürfte davon abhängen, ob dem Mann zumindest bedingter Vorsatz nachgewiesen werden kann.

Justizministerin kündigt Verschärfung an

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) kündigte eine Verschärfung des Sexualstrafrechts an. Noch im September soll eine Arbeitsgruppe zur Evaluierung und Weiterentwicklung ihre Arbeit aufnehmen, bestätigte das Ministerium am Donnerstag. Geklärt werden soll, ob bei Missbrauchsdarstellungen gesetzlicher Handlungsbedarf besteht. Auch Strafbestimmungen gegen Deepfakes sollen neu geregelt werden. „Das werden wir jetzt in Angriff nehmen“, sagte Sporrer.

Quelle: APA

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