Dürre 2026 bringt Landwirtschaft an ihre Grenzen

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die anhaltende Trockenheit stellt Österreichs Bauern vor massive Probleme. Das erste Halbjahr 2026 war das zweittrockenste seit Messbeginn, in drei Bundesländern sogar das trockenste überhaupt.

Die österreichische Landwirtschaft erlebt heuer eine historische Belastungsprobe durch extreme Trockenheit. Wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt, war das erste Halbjahr 2026 das zweittrockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. In Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wurde sogar das trockenste erste Halbjahr überhaupt gemessen. Steigende Temperaturen und höhere Verdunstung verschärfen die Lage zusätzlich. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnte 2026 als neues Rekord-Dürrejahr in die Geschichte eingehen.

Ernteausfälle bis zu 50 Prozent

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation im Grünland. In vielen Regionen drohen Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent. Zahlreiche Betriebe müssen bereits jetzt ihre Winterfutterreserven verfüttern und stehen vor der Frage, wie sie ihre Tiere über den kommenden Winter versorgen sollen. Der Zukauf von Futter wird durch die großflächige Dürre erheblich erschwert.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) erklärt: „2026 ist ein absolutes Ausnahmejahr. Eine derart lange und flächendeckende Trockenperiode hat Österreich in dieser Form noch nie erlebt.“ Viele Betriebe würden bereits jetzt ihre Wintervorräte verfüttern und intensiv versuchen, Futter zuzukaufen. Weil die Dürre große Teile Österreichs und darüber hinaus betreffe, sei auch das zunehmend schwierig. Man stehe in engem Austausch mit den Landwirtschaftskammern und den Bundesländern, um möglichst rasch treffende Maßnahmen vorzubereiten.

Forderung nach Maßnahmenpaket

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger betont die Notwendigkeit konkreter Hilfen: „Einerseits gibt es unternehmerische Eigenverantwortung, daher ist Risikovorsorge unverzichtbar. Andererseits braucht es in diesem extremen Trockenjahr ein konkretes Maßnahmenpaket. Dafür setze ich mich an allen Fronten ein.“

Totschnig und Moosbrugger heben die Bedeutung von Futtermittelbörsen und Dürreversicherungen hervor. Die bestehenden Futtermittelbörsen sollen ausgebaut und stärker vernetzt werden. Die hohe Versicherungsrate zeige, dass das österreichische Modell der Dürreversicherung sehr gut angenommen werde und bereits jetzt einen unverzichtbaren Bestandteil des Maßnahmenpakets darstelle.

Verschärfung im Herbst befürchtet

Sollte die Trockenheit weiter anhalten, ist insbesondere in viehstarken Regionen mit einer weiteren Verschärfung der Futterknappheit zu rechnen. Das Ministerium arbeitet weiterhin an langfristigen Maßnahmen, um die Landwirtschaft besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Quelle: OTS

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