Dürre: Futtervermittlung für Rinderbauern läuft

Pia ProdingerPia Prodinger
Rinderherde auf einer Weide in Österreich mit braunen und schwarzen Tieren
© Seb Creativo / Pexels (Symbolbild)

Extreme Trockenheit und Hitze bringen Rinderbauern in der Steiermark in Bedrängnis. Die Ernteausfälle bei Heu und Silage erreichen regional bis zu 80 Prozent. Landwirtschaftskammer und Partner organisieren deshalb Futterlieferungen an betroffene Betriebe.

Die anhaltende Dürre hat für die steirischen Rinderbauern dramatische Folgen. Wiesen und Weiden sind großflächig vertrocknet, die Verluste bei der Futterernte liegen je nach Region bei bis zu 80 Prozent. Zahlreiche Betriebe mit Rindern, Pferden, Schafen, Ziegen und anderen Tieren müssen bereits jetzt ihre Wintervorräte angreifen.

Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer, warnt vor den Konsequenzen: „Die Situation ist sehr ernst. Es geht nicht nur um Ertragseinbußen, sondern um die Existenz der bäuerlichen Familienbetriebe und um die Versorgungssicherheit des Landes“, wird er in einer Aussendung zitiert.

Erste Lieferungen bereits erfolgt

Die Landwirtschaftskammer hat gemeinsam mit dem Maschinenring Steiermark, dem Obersteirischen Maschinenring und Bio Austria Steiermark eine Futtervermittlung organisiert. Die Vorbereitungen laufen seit Wochen, die ersten Lieferungen sind bereits bei den Höfen angekommen. Steinegger betont, man unternehme alles, um den Futterbedarf bestmöglich zu decken. Besonderer Dank gelte jenen Landwirten, die in Nachbarschaftshilfe unkompliziert Futter zur Verfügung stellen.

Sepp Wumbauer, Obmann des Maschinenring Steiermark, erklärt, man nutze das flächendeckende Netzwerk bereits seit Mai für die Grundfuttervermittlung. Ein Schwerpunkt liege auf der Vermittlung von Silomais als Futterersatz. Die Organisation rechnet heuer mit der bis zu fünffachen Futtermenge im Vergleich zum Vorjahr.

Thomas Gschier von Bio Austria Steiermark berichtet von mehreren hundert vermittelten Heu- und Silageballen an Biobetriebe. Aktuell werde benötigte Maissilage von Bioackerbauern für Biomilchbetriebe beschafft.

Im Großraum Murau-Murtal sind laut Martin Siebenhofer, Obmann des Obersteirischen Maschinenrings, die ersten Futterlieferungen bereits eingetroffen. Man hoffe, den Großteil des Bedarfs mit Silomais aus dem Südosten und Süden der Steiermark abdecken zu können. Die Ernte dort starte in den nächsten Wochen.

Forderung nach Maßnahmenpaket

Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer und Präsident Steinegger fordern neben der Futterversorgung und der Absicherung durch die Hagelversicherung weitere Entlastungen. Sie setzen sich in Gesprächen mit dem Bund für ein Dürre-Maßnahmenpaket ein. Schmiedtbauer steht bereits im Austausch über eine mögliche Freigabe weiterer Flächen zur Futtermittelgewinnung.

Langfristig brauche es Schritte zur Klimawandelanpassung, betont die Landesrätin. Als Beispiele nennt sie das Wassernetzwerk Steiermark 2050 mit einem Investitionsvolumen von 150 Millionen Euro, die österreichweit höchste Förderung von Bewässerungsanlagen sowie Versuche zu klimaresistenten Sorten an landeseigenen Versuchsstationen.

Task Force berät Landwirte

Bereits im April hat die Landwirtschaftskammer eine Task Force Trockenheit eingerichtet. Diese bündelt Fachwissen im Umgang mit Dürre und Hitze und bringt es zu den Betrieben. Im Fokus stehen Fütterungsfragen, klimafitte Grünlandbewirtschaftung, bessere Wasserspeicherung im Boden sowie nachhaltige und wassersparende Bewirtschaftung.

Quelle: OTS

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