Dürre im Waldviertel: Landwirten geht das Futter aus
Die anhaltende Trockenheit bringt Bauern im Südlichen Waldviertel in existenzielle Nöte. Wegen ausgetrockneter Wiesen müssen Tiere bereits Mitte Juli mit Wintervorräten gefüttert werden. Auch die Grundwasserspiegel sinken weiter.
Die extreme Dürre setzt der Landwirtschaft in Niederösterreich massiv zu. Besonders dramatisch ist die Lage im Südlichen Waldviertel, wo viele Wiesen und Felder stark ausgetrocknet sind. Bilder, die früher nur aus Südeuropa bekannt waren, prägen heuer auch die heimische Landschaft.
Sandige Böden verlieren Wasser sofort. In Regionen wie St. Oswald, wo die Böden sehr leicht und sandig sind, verschärft sich die Situation täglich. Diese Böden haben kein Wasserhaltevermögen und funktionieren wie ein Nudelsieb – das Wasser geht sofort verloren. Die Pflanzen darauf leiden besonders stark.
Grünland massiv betroffen
Nach einem niederschlagsarmen Winter und einem sehr trockenen Frühjahr war die Trockenheit bereits Anfang Mai außergewöhnlich stark. Besonders auf sandigen Böden und Südhängen ist die Situation schlimm. Bergbauern kämpfen auf den Wiesen regelrecht ums Überleben.
Beim Grünlandschnitt fehlt heuer bereits die Hälfte des Futteraufwuchses für die Milchviehhaltung. „Dort haben wir zum Teil schon Probleme mit der Futterbevorratung“, berichten betroffene Landwirte. Es wird zu einer Bestandsabstockung kommen müssen, da den Tieren das Futter auszugehen droht.
Aufgrund der extremen Trockenheit wird Mitte Juli vielerorts die Weidehaltung eingestellt. Die Tiere werden nun mit Wintervorräten versorgt.
Grundwasser sinkt weiter
Auch die Grundwasserspiegel zeigen langfristig einen deutlichen Abwärtstrend. Bei Bächen und Flüssen kommt kaum Wasser nach, wie an den sogenannten Niederwasserabflüssen ablesbar ist. Der Hydrografische Dienst des Landes Niederösterreich warnt: „Aktuell haben wir in ganz Niederösterreich bereits niedrige Grundwasserstände, und es sieht danach aus, dass diese tendenziell weiter sinken, wenn die Niederschläge ausbleiben.“
Die Prognosen für die nähere Zukunft zeigen kaum Niederschläge. Auch für die Sommermonate sieht es tendenziell nach trockenen Monaten aus. Jeder Tag ohne Regen verschärft die Lage weiter.
Nach der Getreideernte – dabei kamen die heimischen Bauern noch mit einem blauen Auge davon – trifft die Dürre nun vor allem die Grünlandwirtschaft mit voller Härte.
Quelle: https://www.stoswald.com/Anhaltende_Duerre_verschaerft_die_Lage
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