Dürre lässt Getreideernte einbrechen – Brot wird teurer

Die anhaltende Trockenheit führt in Oberösterreich zu massiven Ernteausfällen bei Getreide, Mais und Zuckerrüben. Bei Dinkel fehlen über 100 Tonnen, bei anderen Kulturen drohen Ausfälle von mehr als 60 Prozent, so der ORF.
Die Böden in Oberösterreich leiden unter extremer Trockenheit. Biobauer Josef Eder aus Sarleinsbach im Bezirk Rohrbach berichtet von ausgetrockneten Oberböden, in denen sich Lebewesen wie Regenwürmer deutlich tiefer zurückgezogen haben. Regelmäßige Bodenproben bei heimischen Ackerbetrieben zeigen das Ausmaß der Dürre.
Besonders kritisch ist der Wassermangel für die Entwicklung der Getreidepflanzen. Im Mühlviertel verzeichnet man bei der Dinkelernte einen Rückgang von mehr als 100 Tonnen. Bei Mais, Soja und Zuckerrüben rechnet die Landwirtschaftskammer OÖ mit Ernteausfällen von über 60 Prozent, in einzelnen Regionen kommt es zu Totalausfällen. „Ohne Wasser fehlt ein Grundelement und dann ist der Boden einfach tot“, beschreibt Eder die Situation.
Trockenster Jahresstart seit Messbeginn
Oberösterreich erlebte heuer das trockenste erste Halbjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Österreichweit war es das zweittrockenste. Die Ernteeinbußen setzen den Ackerbau unter Druck, weil bestehende Lieferverträge mit Kunden erfüllt werden müssen. Juliane Eder von der Bio-Hofbäckerei in Sarleinsbach erklärt, dass bereits im Herbst genau geplant werden muss, welche Getreidemengen benötigt werden.
Die geringen Erntemengen werden sich voraussichtlich auf die Preise für Brot und Gebäck auswirken. Wie stark der Brotpreis steigen wird, lasse sich derzeit noch nicht genau sagen, so Juliane Eder. Neben der Getreideernte spielten auch andere Faktoren eine Rolle. Auch Inflation und höhere Lohnkosten würden zu Preissteigerungen beitragen. Das tatsächliche Ausmaß werde sich erst noch zeigen.
Jeder vierte Ackerbauer denkt ans Aufhören
Fast jeder vierte Ackerbauer in Oberösterreich erwägt bereits, den Betrieb aufzugeben. Thomas Wallner, Bodenberater der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, spricht von einem enormen Defizit und einer dramatischen Situation. Neben den fehlenden Niederschlägen belasten auch die Produktpreise sowie die Kosten für Betriebsmittel, Dünger und Saatgut die Landwirte.
Durch den Konflikt im Nahen Osten kam es zu deutlichen Kostensteigerungen, insbesondere bei Stickstoffdünger und Diesel. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich fordert rasche Hilfe für betroffene Betriebe. Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger betont, dass die bestehenden Sicherheitsnetze nicht ausreichen, wenn Dürre und explodierende Betriebsmittelkosten gleichzeitig auftreten. Notwendig seien nationale Hilfen wie Entlastungen bei der Sozialversicherung oder Direktzahlungen an betroffene Betriebe.
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