Dürre zwingt Rinderbauern zum Verkauf ihrer Tiere

Pia ProdingerPia Prodinger
Kühe mit Ohrmarken stehen in einem Stall in Österreich, eine Kuh im Vordergrund
© freestocks.org / Pexels (Symbolbild)

Extreme Trockenheit seit dem Winter setzt Rinderbauern massiv zu. Die Erträge beim Grünschnitt sind um bis zu 60 Prozent eingebrochen, Betriebe müssen ihre Bestände reduzieren, so der ORF.

Martin Siebenhofer bewirtschaftet seit 2004 einen Hof auf über 1.200 Meter Seehöhe, den er von seinen Eltern übernommen hat. Eine Situation wie heuer habe weder er noch seine Eltern jemals erlebt, berichtet der Landwirt. Die Wiesen und Weideflächen seien braun. Bereits Winter und Frühling waren zu trocken, der Sommer verschärfte die Lage weiter.

Ernteverluste bis zu 60 Prozent

Die Verluste bei der Ernte fallen dramatisch aus: Beim ersten Grünschnitt verzeichnet Siebenhofer einen Rückgang von 60 Prozent, beim zweiten von 40 Prozent und beim dritten von 50 Prozent.

Die Folgen treffen den Betrieb hart. „Ich habe heuer im Winter eine frische, schöne Jungherde gehabt mit prächtigen Tieren und habe mich richtig gefreut“, schildert der Rinderbauer. Er hätte einen Teil als Zuchttiere weiterverkaufen oder selbst nutzen können. Nun müsse er den Bestand verkleinern. Zuchttiere zu verkaufen sei extrem schwierig, da Angebot und Nachfrage nicht zusammenpassten – er müsse die Tiere „halb verschenken“.

Preisverfall befürchtet

Manche Betriebe müssen Ochsen wegen des Futtermangels bereits mit 750 Kilogramm Lebendgewicht verkaufen statt mit den üblichen 800 Kilogramm – weniger Gewicht bedeutet weniger Erlös. Langfristig sieht Siebenhofer eine gefährliche Entwicklung: „Im Herbst, wenn alle Tiere von den Almen kommen, gehe ich davon aus, dass ein Überangebot vorhanden sein wird und das drückt ganz gewaltig den Preis, da ist das dicke Ende noch nicht absehbar.“

Für viele Rinderzuchtbetriebe sei die aktuelle Lage existenzgefährdend, besonders für jene, die Grundfutter zukaufen müssten. Die Preise dafür seien derzeit extrem hoch, weil wenig bis gar nichts verfügbar sei.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3365795/

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