Dürrepaket: Verband fordert Kredite und Düngerzuschuss

Die Land&Forst Betriebe Österreich verlangen nach den ÖPUL-Erleichterungen ein umfassendes Entlastungspaket für dürregeplagte Betriebe. Der Verband setzt auf drei Kernforderungen: zinsgestützte Kredite, Unterstützung bei Düngerkosten und rasche Auszahlung von Förderungen.
Die außergewöhnliche Trockenheit hat bei zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben zu Ernteausfällen, Futtermangel und zusätzlichen Ausgaben geführt. Gleichzeitig müssen laufende Verpflichtungen unabhängig vom Ertrag erfüllt werden. Der Verband der Land&Forst Betriebe Österreich würdigt die bereits umgesetzten ÖPUL-Erleichterungen als wichtigen ersten Schritt und drängt nun auf ein wirksames Gesamtpaket.
Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, dankte Bundesminister Norbert Totschnig und seinem Ressort für die ersten praxistauglichen Maßnahmen. Es brauche aber rasch ein Paket, das den Betrieben unmittelbar finanziellen Spielraum verschaffe.
ÖPUL-Erleichterungen bereits beschlossen
Die beschlossenen Erleichterungen in der ÖPUL-Förderungsabwicklung umfassen flexiblere Anbaufristen, Erleichterungen bei dürrebedingt unzureichenden Begrünungen und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für bestimmte Biodiversitäts- und Naturschutzflächen.
Ein konkretes Beispiel ist die Erleichterung bei der Ernteverpflichtung: Wenn die Dürre eine Kultur so stark zerstört, dass nichts mehr zu ernten ist, musste dies bisher eigens der AMA gemeldet und nachgewiesen werden. In den besonders betroffenen Gebieten wird die Dürre nun automatisch anerkannt. Die Betriebe werden nicht zusätzlich mit Bürokratie und dem möglichen Verlust ihrer Prämie belastet.
„Diese Erleichterung setzt genau dort an, wo sie gebraucht wird: Der Betrieb hat ordnungsgemäß angebaut und seine Pflichten erfüllt, kann die Ernte aufgrund der außergewöhnlichen Dürre aber nicht einbringen. Dass in dieser Situation keine zusätzliche Meldung notwendig ist und die Prämie erhalten bleibt, ist praxistauglich, unbürokratisch und fair“, erklärte Mylius.
Der Verband betont, dass landwirtschaftliche Förderungen an konkrete Leistungen und verbindliche Auflagen geknüpft sind. Die Höhe der Förderungen müsse stets im Verhältnis zur bewirtschafteten Fläche, zu den erfüllten Auflagen und zu den erbrachten Leistungen beurteilt werden. Die ökologische Leistung verliere nicht an Wert, weil sie von einem größeren Betrieb auf einer entsprechend größeren Fläche umgesetzt werde. Deshalb müssten die Leistungen auf allen förderfähigen Flächen gleichwertig anerkannt werden.
Drei zentrale Forderungen für finanzielle Entlastung
Als erste Maßnahme fordern die Land&Forst Betriebe Österreich zinsgestützte Kredite. Sie sollen betroffenen Betrieben helfen, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken und laufende Verpflichtungen weiterhin erfüllen zu können. Entscheidend seien leistbare Konditionen, ausreichende Laufzeiten und eine rasche Abwicklung.
Als zweite Maßnahme verlangt der Verband einen gezielten Düngerkostenzuschuss. Die Betriebe hätten ihre Kulturen ordnungsgemäß versorgt und die dafür notwendigen Kosten getragen. Wenn die Dürre dennoch zu Ernteausfällen oder erheblichen Mindererträgen führe, blieben diese Ausgaben bestehen, während die erwarteten Einnahmen fehlten. Der Zuschuss solle einen Teil der bereits angefallenen Bewirtschaftungskosten abfedern.
Drittens sollen Direktzahlungen und ÖPUL-Prämien zum frühestmöglichen Zeitpunkt ausbezahlt werden. Alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten für Vorschusszahlungen seien auszuschöpfen. Wo europarechtliche Genehmigungen erforderlich sind, solle sich Österreich für möglichst hohe Vorschüsse einsetzen.
„Die verlorene Ernte lässt sich nicht zurückholen. Wir können aber verhindern, dass wirtschaftlich gesunde Betriebe durch ein außergewöhnliches Wetterereignis in eine existenzbedrohende finanzielle Schieflage geraten. Zinsgestützte Kredite, ein Düngerkostenzuschuss und frühere AMA-Auszahlungen würden genau dort ansetzen, wo die Betriebe jetzt Unterstützung benötigen“, unterstrich Mylius.
Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des österreichischen Getreides.
Quelle: OTS
Worüber spricht Amstetten morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.