Dürreschäden in Salzburg erreichen 48 Millionen Euro

Die Trockenheit hat in Salzburg Schäden von rund 48 Millionen Euro verursacht. Besonders betroffen ist das Grünland, wo im Durchschnitt 45 Prozent des Heuertrags verloren gingen, so der ORF.
Das Schadensausmaß durch die Dürre ist vergleichbar mit einem Jahrhunderthochwasser oder mehreren schweren Hagelunwettern, erklärt Matthias Hedegger, Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung in Salzburg. Die Schadensanmeldungen summieren sich auf etwa 48 Millionen Euro.
Weideflächen mit höchsten Verlusten
Österreichweit sind die Weideflächen am stärksten betroffen. Im Durchschnitt wurden 45 Prozent des Heuertrags vernichtet. Acker- und Getreideflächen kamen vergleichsweise glimpflicher davon – nicht nur in Salzburg.
Da Grünlandflächen in der Salzburger Landwirtschaft einen besonders hohen Anteil an der Gesamtnutzfläche ausmachen, führt das Bundesland knapp vor Vorarlberg beim Gesamtanteil in Prozent des Produktionswerts.
Rekordschaden nach zwei ruhigen Jahren
In den beiden vergangenen Jahren gab es bei der Österreichischen Hagelversicherung in Salzburg so gut wie keine Dürreschäden. Der bisherige Rekordwert stammt aus dem Jahr 2023 und lag bei rund 10 Millionen Euro – deutlich unter dem heurigen Wert.
Alle Bezirke in Salzburg sind vom heurigen Hitzesommer betroffen, besonders aber der Flachgau, der Tennengau und der Lungau. „So große Futterverluste, das kennen wir in Salzburg so nicht. Die Situation im Winter wird prekär, weil das Futter durch die Dürre in ganz Mitteleuropa fehlt“, sagt Hedegger.
Derzeit sind die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung österreichweit unterwegs, um die Schadensanträge zu überprüfen. Falls noch Unterlagen fehlen, würden sich die Versicherer bei den Betroffenen melden, damit jeder zu seinen Ansprüchen komme.
Debatte um Hilfe für Unversicherte
Österreichweit sind nur rund 40 Prozent der Weidebauern gegen Dürreschäden im Grünland versichert. Ob und in welchem Ausmaß ihnen geholfen werden kann, ist in der Bundesregierung noch nicht geklärt.
Landwirtschaftskammer-Präsident Rupert Quehenberger fordert, dass unversicherte Bauern nicht jenen gleichgestellt werden dürfen, die jahrelang in eine Dürre-Versicherung eingezahlt haben. „Das Entscheidende ist jetzt natürlich, zu retten, was zu retten ist“, so Quehenberger. Wer Risikovorsorge getroffen habe, habe genau für diesen Fall vorgesorgt. Deshalb sei es wichtig, künftig noch mehr zur Risikovorsorge zu motivieren.
Trotz der leichten Entspannung durch die Regenfälle der vergangenen Tage brauche es noch mehr Niederschläge, sagt die Salzburger Landesbäuerin Claudia Entleitner. Der kurze Wettersegen werde zu wenig sein. Gerade im Grünland, wo die Ernte teilweise komplett ausgefallen sei, sei es wegen der Futterknappheit wichtig, dass es jetzt regne.
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