E-Scooter-Unfälle in Salzburg um 48 Prozent gestiegen

In Salzburg hat sich die Zahl der E-Scooter-Unfälle seit 2023 drastisch erhöht. Von 149 Unfällen im Jahr 2023 stieg die Zahl auf 221 im Jahr 2025, so die Statistik Austria.
Die Statistik Austria erfasst seit 2023 Unfälle mit E-Scootern gesondert. Die Entwicklung im Bundesland Salzburg zeigt einen besorgniserregenden Anstieg: Während 2023 noch 149 Unfälle registriert wurden, erhöhte sich die Zahl 2024 auf 170 und erreichte 2025 bereits 221 Unfälle. Dies entspricht einem Anstieg von 48 Prozent innerhalb dieses Zeitraums.
Die Konsequenzen dieser Unfälle sind gravierend. Im vergangenen Jahr wurden in Salzburg 214 Personen verletzt und eine Person getötet, wie aus den Daten der Statistik Austria hervorgeht.
Kliniken behandeln zunehmend Kinder mit schweren Verletzungen
Am Salzburger Universitätsklinikum wird beobachtet, dass immer mehr Kinder nach E-Scooter-Unfällen mit komplexen Brüchen oder Kopfverletzungen behandelt werden müssen. „Ich habe den Eindruck: Viele Menschen sehen das als ein Spielzeug – und das ist es einfach nicht“, erklärte Matthias Schaffert, Oberarzt der Kinder- und Jugendchirurgie.
Er betonte, dass es sich um ein Verkehrsmittel handle. Niemand würde sein Kind auf ein Moped setzen, das 50 oder 60 km/h fahre. Ein E-Scooter, der möglicherweise aus dem Grauimport stamme und teilweise deutlich schneller fahre, sei jedoch offensichtlich auch für Zehnjährige mittlerweile ein normales Fortbewegungsmittel.
Mehrere Risikofaktoren erhöhen Unfallgefahr
Der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen haben die Unfallrisiken sowie typische Verletzungsfolgen bei E-Scooter-Unfällen untersucht. Die Analyse umfasste alle Altersgruppen. Das Unfallrisiko entstehe durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, so der Mobilitätsclub. Dazu zählten fahrdynamische Besonderheiten, riskantes Fahrverhalten, mangelnde Schutzausrüstung, unzureichende Kenntnis der Verkehrsregeln und steigende Nutzungszahlen.
Besonders häufig ereignen sich E-Scooter-Unfälle in den Abend- und Nachtstunden sowie in den Sommermonaten. Alkohol sei dabei ein nicht zu vernachlässigender Faktor, sagte ÖAMTC-Verkehrstechniker Christoph Schönlechner. Die Auswirkungen von Alkohol auf die Fahrfähigkeit würden von vielen unterschätzt. Aufgrund der instabileren Fahrposition wirkten sich die Einschränkungen viel stärker aus als bei anderen Fahrzeugen.
ÖAMTC fordert Helmpflicht für alle Altersgruppen
Trotz der Gefahren trägt nur jeder zehnte E-Scooter-Fahrer einen Helm. Der ÖAMTC spricht sich deshalb erneut für eine allgemeine, altersunabhängige Helmpflicht auf E-Scootern aus. Das Verletzungsrisiko ende nicht mit dem 16. Geburtstag. Wer mit einem E-Scooter unterwegs sei, sei unabhängig vom Alter denselben physikalischen Risiken ausgesetzt.
Worüber spricht Salzburg morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.