Edtstadler kündigt Sparmaßnahmen im Doppelbudget an

Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) stellt sich im Frühjahr 2028 erstmals einer Landtagswahl. Im ORF-Sommergespräch kündigte sie an, dass es bei dem im Herbst geplanten Doppelbudget für 2027 und 2028 „kein Füllhorn“ geben werde, so der ORF.
Die Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) hat im Gespräch mit dem ORF Salzburg angekündigt, dass das Land bei dem für den Herbst geplanten Doppelbudget für 2027 und 2028 sparen müsse. „Es wird kein Füllhorn geben, das ausgeschüttet wird“, erklärte sie.
Das Land wolle systematisch vorgehen und etwa Synergien bei der Beschaffung nutzen, beispielsweise im Verkehrsbereich. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll werde dazu mit der Steiermark und Tirol zusammenarbeiten. Auch die Gesundheitsholding solle durch gemeinsame Beschaffung Kosten senken. Gleichzeitig betonte Edtstadler, dass weiter investiert werde, etwa bei „Zukunft Gesundheit“. Für die Salzburger Landeskliniken sei ein Gebäudeplan bis 2040 erstellt worden.
Landtagswahl 2028 könnte eng werden
Im Frühjahr 2028 wird sich Edtstadler erstmals einer Landtagswahl stellen. Umfragen deuten auf ein knappes Rennen zwischen ÖVP und FPÖ um Platz eins hin. Die Landeshauptfrau regiert seit etwas mehr als einem Jahr mit der FPÖ zusammen, eine Kooperation, die sie als konstruktiv und sachlich bezeichnete.
Auf die Frage, was sie bei einer Wahlniederlage tun würde, antwortete Edtstadler: „Ich glaube, um meine Zukunft muss man sich so oder so keine Sorgen machen.“ Ihr Ziel sei es aber, das Land weiterhin als Landeshauptfrau zu gestalten und die Salzburgerinnen und Salzburger davon zu überzeugen, dass dies die richtige Entscheidung sei.
Parteiumbau und Herausforderungen als Frau
Als erste Frau an der Spitze der Salzburger ÖVP treibt Edtstadler einen Umbau der Partei voran. Sie führte ein neues Parteilogo mit einer Löwin ein und besetzte wichtige Positionen neu. Die Partei solle weiblicher und jünger werden. Solch eine Veränderung gefalle nicht allen, räumte sie ein. Auch frühere Netzwerke würden sich vielleicht nicht jeden Tag darüber freuen.
Auf die Frage, ob es als Frau schwieriger sei, in den Salzburger Strukturen zu regieren, antwortete sie: „Es ist definitiv schwieriger als Frau.“ Man müsse härter arbeiten und sich mehr rechtfertigen. Eine Freundin habe ihr vor Jahren gesagt, die ÖVP sei nicht bereit für eine Frau an der Spitze. Kraft gebe ihr eine Aussage ihrer Mutter am Sterbebett: „Mach es, du kannst es.“
Vom Strafgericht zur Landespolitik
Das Sommergespräch fand auf der Dachterrasse des Salzburger Justizgebäudes statt, wo Edtstadler ihre Ausbildung zur Richterin absolviert hatte. Mit 27 Jahren übernahm sie dort eine eigene Abteilung als Strafrichterin. Nach ihrem Abschied aus der Bundespolitik hatte sie ursprünglich geplant, in Salzburg eine Anwaltskanzlei zu eröffnen.
Ob sie diese Entscheidung bereue, verneinte sie. Es habe aber Momente gegeben, in denen sie sich überlegt habe, wie ihr Leben anders verlaufen wäre. Sie wäre dann jetzt schon fast eintragungsfähig als Rechtsanwältin, sagte sie. Das vergangene Jahr habe viele Herausforderungen gebracht, insbesondere für sie als Landeshauptfrau und Parteiobfrau.
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