EEG-V könnte Sprit um bis zu 95 Cent verteuern

Mathias FischerMathias Fischer
LKW-Flotte auf einem Parkplatz von oben, verschiedene Farben und Größen, Ladeflächen sichtbar
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Eine neue Studie warnt vor massiven Mehrkosten durch das geplante Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr. Die Wirtschaftskammer fordert den Verzicht auf nationale Verschärfungen der EU-Vorgaben.

Das geplante Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr (EEG-V) könnte die Treibstoffpreise in Österreich deutlich in die Höhe treiben. Laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica drohen im Jahr 2035 Mehrkosten von 95 Cent pro Liter Diesel und 86 Cent pro Liter Benzin. Die zusätzlichen Treibstoffkosten für Unternehmen würden sich auf 2,2 Milliarden Euro pro Jahr belaufen.

WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger warnte bei der Präsentation der Studie vor den wirtschaftlichen Folgen. Die Politik dürfe gerade jetzt keine neuen Kostentreiber schaffen, die auch die Inflation weiter anheizen würden. Betriebe und Bevölkerung seien bereits durch hohe Energie- und Treibstoffpreise belastet.

Österreichischer Sonderweg über EU-Vorgaben hinaus

Der österreichische Gesetzesentwurf orientiert sich am nationalen Ziel der Klimaneutralität bis 2040 und geht damit über die europäischen Vorgaben hinaus. Die EU strebt Klimaneutralität erst bis 2050 an. Die Wirtschaftskammer hatte bereits beim Klimagesetz auf die wirtschaftlichen Folgen eines österreichischen Sonderwegs hingewiesen.

Univ.-Prof. Christian Helmenstein von Economica erklärte, dass die Mehrkosten durch zusätzliche nationale Vorgaben signifikant seien. Teurer Sprit treffe nicht nur Autofahrer, sondern die gesamte Wirtschaft. Unternehmen hätten weniger Geld für Investitionen, den Menschen bleibe weniger zum Leben und Einkaufen.

Mehrheit der Fahrzeuge 2035 noch mit Verbrennungsmotor

Besonders betroffen von höheren Treibstoffkosten wäre der gewerbliche Personen- und Güterverkehr. Die Studie zeigt, dass auch 2035 trotz zunehmender Elektromobilität noch rund 75 Prozent der Pkw und 78 Prozent der Nutzfahrzeuge mit flüssigen Kraftstoffen unterwegs sein werden. Ein rascher Umstieg aller Autofahrer auf alternative Antriebstechnologien sei unrealistisch, da sich der Fahrzeugbestand nur schrittweise erneuere.

Die gesamtwirtschaftlichen Folgen seien laut Economica deutlich: Im EEG-V-Szenario lägen der private Konsum 2035 um 0,72 Prozent, die Reallöhne um 0,56 Prozent und die Wirtschaftsleistung um 0,30 Prozent unter dem Vergleichspfad ohne die modellierten Treibstoffpreissteigerungen.

Die Studie vergleicht den österreichischen EEG-V-Entwurf mit einer Umsetzung der europäischen RED-III-Vorgaben über das Treibhausgasminderungsziel. Die genannten Preisunterschiede beziehen sich auf das Jahr 2035 und nicht auf die heutigen Tankstellenpreise. Gerechnet wurde auf Preisbasis 2026 ohne allgemeine Inflation.

WKÖ fordert Verzicht auf nationale Verschärfungen

Die Wirtschaftskammer fordert, die europäischen Klimavorgaben ohne zusätzliche nationale Verschärfungen und möglichst kosteneffizient umzusetzen. Dazu gehöre, alle unionsrechtlich zulässigen Technologien zu nutzen – von Elektromobilität über Wasserstoff bis zu erneuerbaren Kraftstoffen.

Danninger betonte, dass Klimaschutz leistbar bleiben müsse und österreichische Unternehmen gegenüber ihren europäischen Mitbewerbern nicht benachteiligen dürfe. „Österreich braucht eine Mobilitätswende, die Emissionen reduziert und gleichzeitig unseren Wirtschaftsstandort stärkt. Klimaschutz ja, Gold-Plating nein“, so der WKÖ-Generalsekretär.

Quelle: https://www.wko.at/oe/news/wkoe-danninger-spritpreise

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