Eisenstadt beschließt Nachtragsbudget für 2026

Der Gemeinderat von Eisenstadt hat am 4. November den ersten Nachtragsvoranschlag 2026 verabschiedet. ÖVP, Grüne und SPÖ stimmten dafür, die FPÖ dagegen. Trotz angespannter Finanzlage bleibt der operative Haushalt positiv.
Mit den Stimmen von ÖVP, Grünen und SPÖ hat der Eisenstädter Gemeinderat am 4. November den ersten Nachtragsvoranschlag für das laufende Jahr beschlossen. Die Anpassungen spiegeln eine weiterhin schwierige finanzielle Lage wider, zeigen aber auch erste Erfolge der Sparmaßnahmen. Der operative Haushalt bleibt trotz steigender Pflichtausgaben im Plus.
„Die finanziellen Herausforderungen sind groß und verlangen von uns allen verantwortungsvolle Entscheidungen. Umso wichtiger ist es, dass wir gerade in diesen Zeiten gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt Bürgermeister Thomas Steiner.
Operative Überschuss sinkt, bleibt aber positiv
Der operative Überschuss verringert sich gegenüber der ursprünglichen Planung um rund 519.000 Euro auf 947.100 Euro. Das Nettoergebnis liegt bei etwa minus 1,99 Millionen Euro, während der Finanzierungshaushalt einen positiven Saldo von rund 1,06 Millionen Euro aufweist.
Hauptgrund für die angespannte Lage sind stark steigende Umlagen und Pflichttransfers an das Land. Obwohl die Brutto-Ertragsanteile um rund 198.000 Euro höher ausfallen als geplant, bleiben der Stadt nach Abzug aller Verpflichtungen nur noch etwa 4,93 Millionen Euro – statt der ursprünglich erwarteten 5,37 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von rund 446.000 Euro. Besonders belasten Kosten für Sozialhilfe, Behindertenhilfe, Jugendwohlfahrt und Krankenanstaltenfinanzierung das Budget.
„Das grundlegende Problem bleibt bestehen: Die Einnahmen entwickeln sich nur langsam, während die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgaben immer weiter steigen“, so Steiner.
Sparmaßnahmen greifen im ersten Halbjahr
Die Konsolidierungsstrategie zeigt Wirkung: Im ersten Halbjahr 2026 lagen die operativen Auszahlungen mit 27,51 Millionen Euro um rund 800.000 Euro beziehungsweise 2,82 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Sachaufwand wurden rund 1,1 Millionen Euro oder knapp zwölf Prozent eingespart, beim Personalaufwand etwa 190.000 Euro.
Ermöglicht wurden diese Einsparungen durch restriktive Haushaltsführung, eine bestehende Kreditsperre und konsequente Priorisierung. Gleichzeitig stiegen die gesetzlich verpflichtenden Transferleistungen um rund 487.000 Euro und bilden mittlerweile die größte Ausgabenposition.
Breite politische Unterstützung
Steiner würdigt die Zustimmung von Grünen und SPÖ ausdrücklich: „Gerade in finanziell nicht einfachen Zeiten ist es wichtig, politische Unterschiede hintanzustellen und gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen.“ Nur die FPÖ stimmte gegen den Nachtragsvoranschlag.
Für die SPÖ waren laut 2. Vizebürgermeisterin Charlotte Toth-Kanyak vor allem die geplanten Investitionen ausschlaggebend: neue Tanklöschfahrzeuge für St. Georgen und Kleinhöflein, Hochwasserschutz in St. Georgen, Infrastruktur für den E-Stadtbus sowie Investitionen in Straßen, Beleuchtung und Kanal. „Diese Maßnahmen sind wichtige Beiträge für die Sicherheit, Mobilität und Lebensqualität“, betont Toth-Kanyak.
Grünen-Klubobfrau Samara Sánchez Pöll zeigt sich zuversichtlich: „Die finanzielle Situation ist derzeit durchaus herausfordernd. Es wurden aber bereits wichtige Schritte gesetzt, die 2027 Früchte tragen werden.“ Die Liquidität sei gesichert.
Steiner bekräftigt das Ziel, die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern und Eisenstadt verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Dies gelinge nur mit konsequenter Haushaltsführung und gemeinsamen Anstrengungen.
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