Eisenstadt plant Miniwald gegen Hitze

Mona HopfingerMona Hopfinger
Drei Männer stehen im Freien, im Hintergrund eine Straße mit Autos
© eisenstadt.gv.at

Die burgenländische Landeshauptstadt will im Herbst nahe der Leinnerkreuzung einen kleinen Wald anlegen. Das Projekt wird vom Bundesforschungszentrum für Wald wissenschaftlich begleitet und soll für Abkühlung und mehr Artenvielfalt sorgen.

Die Stadt Eisenstadt will im kommenden Herbst unweit der Leinnerkreuzung einen Miniwald anlegen. Die Entwicklung der Fläche wird vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) wissenschaftlich begleitet. Das Vorhaben ist Teil des grenzüberschreitenden EU-Projekts „ROOTS – Resilient Outdoor Oases for Town Sustainability“, das Miniwälder als naturbasierte Lösung zur Klimaanpassung und Förderung der Biodiversität untersucht.

„Klimaanpassung besteht nicht aus einzelnen Aktionen. Wir verfolgen einen langfristigen Weg und überlegen bei der Entwicklung unserer Stadt immer stärker mit, wie wir mit Hitze, Trockenheit und veränderten klimatischen Bedingungen umgehen. Der Miniwald ist ein weiterer konkreter Baustein dieser Strategie“, wird Bürgermeister Thomas Steiner zitiert.

Dichte Bepflanzung auf kleiner Fläche

Auf einer vergleichsweise kleinen Fläche soll eine dichte und artenreiche Struktur aus Bäumen und Sträuchern entstehen. Die Fläche soll nicht nur kühlen. Sie soll auch die Artenvielfalt fördern und Regenwasser besser speichern. Hitzeperioden dauern länger und machen ganzen Regionen zu schaffen. Asphalt, Beton und andere versiegelte Flächen werden sehr heiß und geben die Wärme nur langsam wieder ab.
Die Stadt hat ein großes Entsiegelungsprogramm gestartet. Sie prüft außerdem die vorhandenen Grünflächen und schafft mehr Orte mit Schatten. Steiner sagt: „Wir müssen heute überlegen, wie sich Eisenstadt in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren anfühlen soll. Überall, wo Menschen unterwegs sind oder sich aufhalten, braucht es genug Grün und Schatten. Bäume wachsen langsam. Darum müssen wir schon jetzt vorausschauend entscheiden und die Basis für die Stadt von morgen legen."

Wissenschaftliche Begleitung durch BFW

Das BFW ist Lead Partner des EU-Projekts ROOTS, das gemeinsam mit Partnern im österreichisch-ungarischen Grenzraum umgesetzt wird. Neben Eisenstadt sind weitere Standorte in Österreich und Ungarn vorgesehen. Unterschiedliche Pflanzdesigns, Artenzusammensetzungen und Pflegekonzepte sollen wissenschaftlich untersucht und miteinander verglichen werden.

Für die wissenschaftliche Begleitung ist seitens des BFW unter anderem Erik Szamosvári, MSc, wissenschaftlicher Projektmitarbeiter im Bereich Herkunftsforschung und Züchtung am Institut für Waldwachstum, Waldbau und Genetik, eingebunden.

Über 2000 Bäume seit 2019 gepflanzt

Der Miniwald reiht sich in die laufenden Begrünungsmaßnahmen der Stadt ein. Eisenstadt setzt bei Neupflanzungen bereits verstärkt auf Baumarten, die mit Hitze und den besonderen Bedingungen des urbanen Raums zurechtkommen. Allein seit 2019 wurden über 2000 Bäume im öffentlichen Raum gesetzt.

„Eine Stadt klimafit zu machen ist eine Aufgabe über viele Jahre. Es geht nicht um die eine große Maßnahme und auch nicht um viele kleine Aktionen ohne Zusammenhang. Entscheidend ist ein klarer Plan, den wir Schritt für Schritt umsetzen – vom einzelnen Straßenbaum über beschattete Aufenthaltsbereiche bis hin zu neuen Ansätzen wie diesem Miniwald“, so Steiner.

Im kommenden Herbst soll die Pflanzung in der Nähe der Leinnerkreuzung erfolgen. Anschließend entwickelt sich die Fläche über Jahre hinweg weiter. Parallel dazu soll eine wissenschaftliche Begleitung Erkenntnisse liefern, die künftig in Begrünungs- und Stadtentwicklungsmaßnahmen einfließen können.

Quelle: https://www.eisenstadt.gv.at/buergerservice/news-archiv/aktuelles/news/eisenstadt-setzt-auf-miniwald-gegen-sommerliche-hitze

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