EKO Oberwart: Nur noch ein Kaffeehaus im Lost Place

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Das einstige Einkaufszentrum EKO mitten in Oberwart steht weitgehend leer. Nur ein Kaffeehaus ist noch in Betrieb. Die Stadtgemeinde versucht, Druck auf den Eigentümer auszuüben, so der ORF.

Leere Geschäftslokale, zerbrochene Fensterscheiben und viel Beton prägen das Bild des ehemaligen Einkaufszentrums EKO in Oberwart. Maggy Gartner ist die einzige verbliebene Mieterin und führt ein Kaffeehaus in dem einst belebten Zentrum. Ansonsten erinnert nichts mehr an frühere Zeiten.

Die Gäste des Kaffeehauses bedauern den Verfall. Elsa Neubauer aus Oberwart erinnert sich, dass früher alle Geschäfte besetzt waren und man alles zu Fuß erreichen konnte. Heute sei es ohne Auto schwierig, zum Shoppingcenter EO am Ortsrand zu kommen. Emmerich Barna aus Oberwart betonte, das EKO habe in seiner Blütezeit hervorragend funktioniert. Es habe verschiedenste Branchen gegeben, von Schallplatten über eine Gärtnerei bis zur Bäckerei. Der frühere Unternehmer Gottfried Keinz aus Oberwart bezeichnete es als Trauerspiel, dass Oberwart nicht erkenne, wie wichtig dieser Platz mitten in der Stadt sei.

Stadt sieht sich in Abhängigkeit vom Eigentümer

Die Gemeinde zeigt Verständnis für den Unmut der Bevölkerung. Man sei jedoch vom Grundbesitzer – der reformierten Kirche – und vom Gebäudeeigentümer abhängig, erklärte Bürgermeister Georg Rosner. Die Stadt habe wiederholt Gesprächsversuche unternommen. Da die Anlage vor drei Jahrzehnten gewerblich genutzt worden sei, sei die Bezirkshauptmannschaft als Baubehörde zuständig. Man werde weiterhin Druck ausüben, damit endlich etwas geschehe, so Rosner.

Die Stadtgemeinde ersuchte die Bezirkshauptmannschaft um eine baubehördliche Prüfung. Dies sei die einzige Möglichkeit, Druck auf den Eigentümer auszuüben. Auch die Kaffeehausbetreiberin und ehemalige Geschäftsleute bemühen sich um Kontakt mit dem Eigentümer, der das Gebäude nach der Insolvenz erworben hatte.

Gartner berichtete, dass von Seiten der Vermietung überhaupt nichts mehr komme. Eine Kommunikation sei kaum möglich. Sie halte das Umfeld so sauber wie möglich, mähe den Rasen, schneide Sträucher und räume Müll weg. All das bezahle sie selbst, obwohl es zu den Betriebsausgaben gehören würde. Sie habe sich eine eigene Heizung gekauft, für den Eigentümer komme jedoch nichts, was schade sei.

Eigentümer spricht von fertigen Plänen

Der Besitzer der Immobilie wollte nicht vor die Kamera treten. Er bestätigte jedoch, dass es bereits fertige Pläne für das Gebäude gebe und dieses aufgestockt werden solle. Nicht alle Kaffeehausgäste glauben daran. Keinz bezeichnete ihn als Märchenerzähler. Seit zehn Jahren erzähle er, was aus dem EKO werde – aufgestockt, dreistöckig, auch das hintere Areal werde einbezogen.

Bärbel Kurtz aus Oberwart wünsche sich für diesen zentralen Platz ein alternatives Einkaufszentrum mit Regionalprodukten, wo man auch aus Regionalprodukten essen könne. Auch Anna Gangoly und Elsa Neubauer wünschen sich Geschäfte, die ohne Auto erreichbar sind. Eine Bürgerbefragung zur Innenstadtbelebung zeigte, dass die Vorstellungen der Jugendlichen ähnlich sind: kleine Geschäfte, gutes Essen und mehr Grün in der Stadt.

Alles hänge am Besitzer des ehemaligen EKO ab, hieß es aus der Stadtgemeinde. Sonst würde man den goldenen Presslufthammer, den die Gemeinde von Greenpeace für die Betonwüste erhalten hat, gerne an ihn weiterreichen.

Quelle: https://burgenland.orf.at/stories/3375161/

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