Electric Callboy präsentieren neues Album „Tanzneid“

Die Metal-Band Electric Callboy veröffentlicht am Freitag ihr neues Album „Tanzneid“. Die Formation um Kevin Ratajczak und Nico Sallach bewegt sich darauf zwischen düsteren Klängen und Pop-Kitsch – inklusive Kollaboration mit The Offspring.
Electric Callboy zählen zu den eigenwilligsten Acts der Metal-Szene. Auf ihrem neuen Album „Tanzneid“, das ab Freitag erhältlich ist, durchstreift die Band um Kevin Ratajczak und Nico Sallach nahezu alle musikalischen Genres. Die Palette reicht von melancholischen, düsteren Tönen bis zu kitschigen Klängen im Stil der Backstreet Boys. Auch ein Ausflug in den Punkrock ist dabei – gemeinsam mit der US-Kultband The Offspring.
Zahlreiche Tracks folgen einem wiederkehrenden Muster: Scream-Passagen wechseln sich mit Pop-Elementen ab, begleitet von humorvollen Texten über Partys und gute Zeiten. Was simpel klingt, sei es nicht, betont Ratajczak. „Die klingt nicht anspruchsvoll“, sagt er über die aktuelle Platte. „Die soll ja Spaß machen und eingängig sein – aber die einfachsten Songs sind meistens superschwer zu kreieren.“
Stilbruch als Markenzeichen
Für Electric Callboy existieren die üblichen Genre-Regeln nicht. Mit Elektrobeats, Technobässen und Pop-Sounds aus den 2000ern sprengt die Band Grenzen und wagt Experimente. Der Stilbruch ist ihr Erkennungsmerkmal. Auch auf „Tanzneid“ demonstrieren sie, wie harte Gitarrenriffs und aggressive Screams mit eingängigen Melodien harmonieren können.
Dass die Gruppe Musik macht, die sich nicht in eine einzige Schublade stecken lässt, war eher eine natürliche Entwicklung als eine bewusste Strategie. „Es war schon immer so, dass Electric Callboy ein Paradiesvogel war“, erklärt Sallach.
Von Außenseitern zum Welterfolg
Die Band wurde 2010 gegründet – damals noch unter anderem Namen und mit anderer Besetzung. Alle Mitglieder mochten unterschiedliche Musik, „Schrei-Mucke“ sei der gemeinsame Nenner gewesen, erzählt Ratajczak. In der Anfangsphase klang Electric Callboy noch chaotischer, wilder und metal-lastiger. Dennoch gab es bereits damals Probleme mit der Zuordnung: Die Metal-Szene fand die Band zu lasch, zu bunt und zu „Was soll das eigentlich?“.
Für den Mainstream waren sie hingegen zu hart. „Die Leute wollen immer in Kasten denken. Wir waren immer frei und haben das gemacht, worauf wir Bock hatten“, so Ratajczak. Früher seien diese Grenzen noch radikaler gewesen, heute gebe ihnen der Erfolg recht. Millionen Streams, Auftritte auf jedem namhaften Festival – auch am Nova Rock – und eine anstehende Welttournee zeigen: Electric Callboy haben sich ihre Schublade selbst gebaut. Am 25. Februar 2027 steht ein Gastspiel in der Grazer Stadthalle an.
Quelle: APA/dpa
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