Energie Steiermark feiert 70 Jahre Lehrlingsausbildung

Seit 1956 bildet die Energie Steiermark junge Menschen für die Energiewirtschaft aus. Mehr als 1.600 Lehrlinge starteten seither ihre Karriere im Unternehmen. Aktuell absolvieren 100 Jugendliche ihre Ausbildung, 27 beginnen heuer neu.
Das steirische Energieunternehmen beging am Montag mit einem Festakt am E-Campus in Graz das 70-jährige Jubiläum seiner Lehrlingsausbildung. Unter den Ehrengästen waren Landeshauptmann Mario Kunasek und Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer.
Was 1956 als einfache Lehrwerkstätte startete, entwickelte sich zum modernsten Ausbildungs- und Kompetenzzentrum der Branche in Österreich. Seit Beginn haben mehr als 1.600 junge Menschen ihre berufliche Laufbahn bei der Energie Steiermark begonnen. Viele von ihnen arbeiten bis heute im Unternehmen und tragen mit ihrem Fachwissen zur Energieversorgung in der Steiermark bei.
100-jähriger Ausbildner im Mittelpunkt
Im Zentrum der Jubiläumsfeier standen die Lehrlinge und Ausbildner, die die Entwicklung über Jahrzehnte geprägt haben. Besonders geehrt wurde der 100-jährige Karl Pfeifer, der hunderte junge Menschen in ihren ersten Berufsjahren unterrichtet hat.
Die Anforderungen an technische Berufe haben sich stark gewandelt. Digitalisierung, erneuerbare Energien und neue Lernformen prägen heute den Ausbildungsalltag. Der 2020 eröffnete E-Campus, in den 10 Millionen Euro investiert wurden, ist mehr als ein Lehrlingsstandort. Neben der praktischen und theoretischen Ausbildung finden dort spezialisierte Techniktrainings, digitale Lernformate und Weiterbildungsprogramme für Mitarbeiter und Führungskräfte statt.
Basis für Investitionsoffensive
Vorstandsdirektor Martin Graf betonte die langfristige Perspektive der Ausbildung: „Wir wollen junge Menschen nicht nur fachlich gut ausbilden, sondern ihnen langfristige Perspektiven eröffnen. Viele Kolleginnen und Kollegen haben hier als Lehrling begonnen und übernehmen heute Verantwortung in technischen Bereichen, in der Ausbildung oder in Führungsfunktionen. Sie sind die Basis für die Umsetzung unserer großen Investitionsoffensive in den kommenden Jahren.“
Vorstandsdirektor Werner Ressi verwies auf künftige Herausforderungen: Der Ausbau erneuerbarer Energie, leistungsfähiger Netze und moderner Infrastruktur brauche Menschen, die ihr Handwerk mit Präzision anwenden und mit vernetztem Verständnis an neue Fragestellungen herangehen. Die Lehrlingsausbildung vermittle genau jene technischen und sozialen Kompetenzen, die in den kommenden Jahren besonders gefragt sein werden.
Politische Würdigung
Landeshauptmann Mario Kunasek, der selbst eine Lehre absolviert hat, würdigte das Engagement: „70 Jahre Lehrlings-Ausbildung sind 70 Jahre Investition in Menschen. Eine Lehre ist ein starker Start ins Berufsleben. Gerade weil viele Unternehmen nicht mehr ausbilden, ist dieses Engagement besonders wichtig.“ Er verwies darauf, dass die Energie Steiermark gemeinsam mit einem Wachstumspartner bis 2035 rund 5,8 Milliarden Euro in Stromnetze, Speicher und mehr Versorgungsunabhängigkeit investieren möchte.
Landesrat Willibald Ehrenhöfer hob die Bedeutung für den Standort hervor: Die Energie Steiermark sei nicht nur ein wichtiger Leitbetrieb, sondern auch seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner in der Ausbildung junger Menschen. Gerade im Energiebereich brauche es auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte, damit die Steiermark auf eine sichere und verlässliche Energieversorgung bauen könne.
Bewerbung und Tag der offenen Tür
Die Energie Steiermark bildet in technischen und kaufmännischen Lehrberufen aus. Die Ausbildung verbindet theoretische Grundlagen am E-Campus mit praktischen Einsätzen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Derzeit läuft die Bewerbungsphase für den Lehrbeginn im Herbst 2027. Interessierte können sich online über das Bewerbungsportal bewerben.
Am Freitag, 13. November 2026, findet von 9 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür am E-Campus in der Neuholdaugasse 56 in Graz statt. Besucher können sich vor Ort über die Lehrberufe informieren, mit Ausbildnern und Lehrlingen sprechen und Einblicke in die Lehrwerkstätte gewinnen.
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