Energie Steiermark sucht privaten Partner über Kapitalerhöhung

Pia ProdingerPia Prodinger
Strommasten mit Hochspannungsleitungen vor einem rosafarbenen Himmel
© steiermark.neos.eu

Die Energie Steiermark plant eine Kapitalerhöhung um rund 25 Prozent, um einen privaten Partner ins Unternehmen zu holen. Das Land soll Mehrheitseigentümer bleiben, während frisches Kapital Milliarden-Investitionen ermöglichen soll.

Das steirische Energieunternehmen will über eine Kapitalerhöhung um etwa 25 Prozent einen privaten Partner aufnehmen. Dabei werden neue Aktien ausgegeben, während das Land keine bestehenden Anteile verkauft. Der neue Partner zahlt frisches Geld direkt in das Unternehmen ein. Das Land soll weiterhin klarer Mehrheitseigentümer bleiben.

Die Energie Steiermark betreibt über Tochtergesellschaften das steirische Strom- und Gasnetz, verkauft Strom und Gas und versorgt Regionen mit Fernwärme. Das Unternehmen investiert zudem in erneuerbare Energie aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse sowie in Speicher, Wasserstoff, Breitband und Elektromobilität.

Das Stromnetz umfasst rund 31.500 Kilometer, das Gasnetz etwa 4.200 Kilometer. Der Konzern beschäftigt mehr als 2.200 Mitarbeiter und betreut rund 600.000 Kunden im In- und Ausland.

Investitionsprogramm bis 2035

Zwischen 2025 und 2035 will die Energie Steiermark insgesamt 5,8 Milliarden Euro investieren. Die Mittel sollen unter anderem in Stromnetze, erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung, Speicher und Wasserstoff fließen.

Im Jahr 2025 wurden bereits mehr als 350 Millionen Euro investiert. Gleichzeitig erwirtschaftete das Unternehmen ein operatives Ergebnis von rund 123 Millionen Euro und schüttete 75 Millionen Euro Dividende an das Land aus.

Rückkauf 2023 für 525 Millionen Euro

Bis 2023 hielt das Land rund 75 Prozent der Energie Steiermark. Die übrigen gut 25 Prozent gehörten über eine Gesellschaft dem internationalen Infrastrukturinvestor Macquarie. Als dieser aussteigen wollte, kaufte das Land die Beteiligung für 525 Millionen Euro zurück. Mit Nebenkosten und Finanzierung waren bis zu rund 540 Millionen Euro vorgesehen.

Seitdem gehört die Energie Steiermark wieder zu 100 Prozent dem Land. Bereits damals wurde angekündigt, dass dieser Zustand nicht dauerhaft bleiben müsse und später wieder ein geeigneter Partner einsteigen könnte.

Politische Besetzung im Aufsichtsrat

Als Alleineigentümer bestimmt das Land die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat. Für die jetzige Aufsichtsratsperiode wurden 2025 vier Kapitalvertreter von der FPÖ und vier von der ÖVP namhaft gemacht. Im derzeitigen Aufsichtsrat sitzen damit neben Arbeitnehmervertretern acht vom Eigentümer bestellte Kapitalvertreter.

Forderungen nach Transparenz

Niko Swatek wird mit der Aussage zitiert: „Ein privater Partner muss der Energie Steiermark mehr Investitionen in Netze und erneuerbare Energie und weniger Parteipolitik bringen.“

Gefordert wird, dass die Energie Steiermark nicht unter Wert abgegeben werden darf. 2023 hat das Land mehr als eine halbe Milliarde Euro für gut 25 Prozent bezahlt. Drei Jahre später müsse die Unternehmensbewertung transparent und nachvollziehbar sein.

Das frische Geld müsse tatsächlich im Unternehmen bleiben und in Netze, erneuerbare Energie, Speicher und Versorgungssicherheit fließen. Es dürfe nicht dazu dienen, Löcher im Landesbudget zu stopfen. Zudem müsse offengelegt werden, welche Mitspracherechte der neue Partner bekommt – insbesondere im Aufsichtsrat und bei strategischen Entscheidungen.

Quelle: https://steiermark.neos.eu/blog/2026/9/energie-steiermark-privater-partner-kann-eine-chance-sein

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