Entsorgungsbetriebe warnen vor Lkw-Maut im Burgenland

Die burgenländische Abfallwirtschaft kritisiert die geplante Ausweitung der Lkw-Maut. Die Branche befürchtet erhebliche Mehrkosten, die letztlich Gemeinden, Betriebe und Haushalte treffen könnten.
Die Abfall- und Entsorgungsbetriebe im Burgenland positionieren sich gegen die geplante Ausweitung der Lkw-Maut. Die Unternehmen warnen vor deutlichen Mehrbelastungen für einen Sektor, dessen Fahrzeuge täglich unterwegs sind, um Entsorgung und Recyclinglogistik im Bundesland zu gewährleisten.
„Unsere Lkw sind keine vermeidbaren Transitfahrzeuge, sondern unverzichtbarer Bestandteil einer funktionierenden Abfallwirtschaft. Eine zusätzliche Mautbelastung verteuert unsere täglichen Fahrten und damit letztlich auch die Entsorgung für Gemeinden, Unternehmen und Haushalte“, sagt Christoph Pöck, Vorsitzender der Fachvertretung Entsorgungs- und Ressourcenmanagement.
Tägliche Transporte nicht reduzierbar
Die Branche ist auf regelmäßige und planbare Transporte angewiesen. Sammelfahrzeuge und Entsorgungs-Lkw müssen täglich zahlreiche Anfahrtsstellen bedienen. Die Fahrten lassen sich daher nicht beliebig reduzieren oder vermeiden.
Pöck zeigt Verständnis dafür, dass Infrastruktur finanziert werden muss. Es könne aber nicht die Lösung sein, eine Branche immer stärker mit zusätzlichen Abgaben zu belasten, die diese Kosten nur weitergeben kann. „Wir brauchen eine faire Lösung, die die besonderen Anforderungen der Abfallwirtschaft berücksichtigt“, betont er.
Forderung nach Ausnahmen
Die burgenländischen Entsorgungsbetriebe fordern, die geplante Lkw-Maut hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Entsorgungswirtschaft zu überprüfen. Sie verlangen eine sachgerechte Ausnahme beziehungsweise Entlastung für notwendige Entsorgungsfahrten.
Steigende Transportkosten wirken sich unmittelbar auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Höhere Kosten für Sammlung, Transport und Verwertung können am Ende auch höhere Gebühren für Gemeinden, Betriebe und Haushalte bedeuten.
„Eine funktionierende Abfallwirtschaft ist Teil der kritischen Infrastruktur. Sie darf nicht durch immer neue Kostenbelastungen geschwächt werden. Wir erwarten daher von der Politik, die Auswirkungen auf unsere Branche ernst zu nehmen und gemeinsam mit uns eine praxistaugliche Lösung zu erarbeiten“, betont Pöck abschließend.
Im Burgenland gibt es 189 Unternehmen im Bereich Entsorgungs- und Ressourcenmanagement.
Quelle: https://www.wko.at/bgld/news/lkw-maut-abfallwirtschaft-gehoert-zur-kritischen-infrastruktur
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