EREMA Gruppe bleibt trotz Umsatzrückgang profitabel

Mona HopfingerMona Hopfinger
EREMA Recycling: Zwei Männer stehen vor einem Banner mit dem Aufdruck "ADVANCED RECYCLING".
© EREMA Group

Der oberösterreichische Recyclingspezialist hat im Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von 235 Millionen Euro erzielt – ein Minus von 28 Prozent. Dennoch schloss das Familienunternehmen aus Ansfelden das Jahr mit Gewinn ab.

Ansfelden – Die EREMA Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025/26 trotz schwieriger Rahmenbedingungen profitabel abgeschlossen. Der Spezialist für Kunststoffrecyclingtechnologie verzeichnete einen Umsatz von 235 Millionen Euro, was einem Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Geschäftsjahr endete Ende März.

„Viele Kunden verschieben ihre Investitionen. Das spüren wir unmittelbar“, erklärte Horst Wolfsgruber, CFO der EREMA Gruppe. Er zeigte sich stolz darüber, dass das Unternehmen in diesem anspruchsvollen Marktumfeld dennoch profitabel bleiben konnte. Dies sei der Struktur als stabiles Familienunternehmen, hoher Kostendisziplin und engagierten Mitarbeitern zu verdanken.

Dritter Druck auf die Recyclingbranche

Der Markt für Kunststoffrecycling kämpft nun schon das dritte Jahr in Folge mit großen Schwierigkeiten. Hohe Energiekosten, schwache Nachfrage nach Rezyklaten und intensiver internationaler Wettbewerb belasten die Branche. Manfred Hackl, CEO der EREMA Gruppe, verwies auf die Kostenstruktur in Europa, die Industriebetriebe im internationalen Wettbewerb zunehmend benachteilige.

Seit 1983 verkaufte die Gruppe rund 9.200 Anlagen – sie recyceln weltweit jährlich über 26 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle.

Weltweiter Kunststoffbedarf verdreifacht sich bis 2060

Als international aufgestelltes Unternehmen federt die EREMA Gruppe die schwächelnde europäische Nachfrage teilweise durch Aufträge aus anderen Regionen ab. Europa bleibt dennoch der stärkste Markt. Hackl erklärte, dass Recycling hier traditionell zu Hause sei. Andere Regionen würden jedoch nachziehen: Asien sei auf dem Vormarsch, Amerika nehme beim Recycling von Produktionsabfällen an Fahrt auf. In Afrika werde die Nachfrage nach Kunststoffen in den nächsten Jahren am deutlichsten steigen.

Laut OECD wird sich der weltweite Kunststoffbedarf von 460 Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf 1,2 Milliarden Tonnen im Jahr 2060 verdreifachen. Die OECD prognostiziert für 2060 eine Recyclingquote von nur 17 Prozent.

Beteiligung an Textilrecycling-Pionier

Im Oktober 2025 stieg das Unternehmen bei BlockTexx® ein. Das australische Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Polyester und Cellulose aus Mischgeweben getrennt werden können. Bei einer Recyclingquote von nur rund einem Prozent ist das Potenzial in der PET-Faserindustrie enorm.

Im Februar 2026 eröffnete die EREMA Gruppe gemeinsam mit Lindner Washtech EREMA India. Das Unternehmen ist in China seit rund drei Jahrzehnten aktiv und gründete bereits 2001 eine eigene Niederlassung in Shanghai. Weitere Standorte des Unternehmens befinden sich in Nordamerika, Südafrika und Thailand.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Das Familienunternehmen investiert weiterhin in Forschung und Entwicklung, um den Anteil an Rezyklaten in Kunststoffprodukten zu erhöhen. Hackl betonte, dass Kunststoffrecycling heute in vielen Anwendungen bereits gut funktioniere. Die zentrale Frage der Zukunft sei, wie mehr und anspruchsvollere Materialströme in konstant hoher Qualität im Kreislauf gehalten werden können.

Die Technologiepartnerschaft zwischen EREMA und Lindner Washtech bietet Kunden eine integrierte Gesamtlösung – vom sekundären Feedstock bis zum finalen Rezyklat. Langfristig erwartet die Unternehmensführung eine deutlich steigende Nachfrage nach leistungsfähigen Recyclingtechnologien.

Quelle: https://erema-group.com/erema-gruppe-kunststoffrecycling-bleibt-langfristig-ein-wachstumsmarkt

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