Erstes unsichtbares Cochlea-Implantat in Oberösterreich

Mona HopfingerMona Hopfinger
Ohr und Kinderhände greifen nach einer schwimmenden Person im Wasser
© Mit KI (Gemini) generiert

Am Kepler Universitätsklinikum wurde erstmals in Oberösterreich ein vollständig implantierbares Cochlea-Implantat eingesetzt. Alle Komponenten liegen unter der Haut – das System ermöglicht Hören rund um die Uhr, auch beim Schlafen und Schwimmen.

Eine junge Mutter aus Oberösterreich konnte bisher nicht hören, wenn ihr Baby weinte oder lachte. Ihre schwere Hörbeeinträchtigung machte diese alltäglichen Momente für sie unhörbar. Am Kepler Universitätsklinikum erhielt sie nun als erste Patientin in Oberösterreich ein vollständig implantierbares Cochlea-Implantat.

Alle Komponenten des Systems, einschließlich Mikrofon, befinden sich unter der Haut. Von außen ist nichts sichtbar. Die Patientin kann nun durchgehend hören: nachts, beim Sport, im Wasser und während des Ladevorgangs. „Ich hatte Angst, dass ich mit einem normalen Cochlea-Implantat meine beiden Kinder in der Nacht vielleicht nicht hören könnte. Jetzt mache ich mir keine Sorgen mehr“, sagt die Patientin, die anonym bleiben möchte.

Hören ohne Unterbrechung

Eine zweite Patientin, eine sportbegeisterte Schwimmerin, erhält in den nächsten Tagen ebenfalls das neue Implantat. Sie kann es künftig durchgehend tragen, ohne Verlust oder Wasserschäden befürchten zu müssen.

Die Technologie kombiniert die Hörleistung klassischer Cochlea-Systeme mit deutlich mehr Alltagsfreiheit. Zugelassen ist sie derzeit für Erwachsene. Bereits 2027 wird eine Erweiterung für Kinder erwartet – mit neuen Perspektiven für die Sprachentwicklung.

LH-Stv.in Christine Haberlander betont: „Wenn eine Mutter ihr eigenes Baby nicht lachen oder weinen hören kann, dann macht das betroffen. Genau dafür investieren wir in eine starke Gesundheitsversorgung in Oberösterreich.“

Unsichtbar und ohne Stigma

Univ.-Prof. Meinhard Lukas, Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums, hebt hervor: „Hörverlust ist eine unsichtbare Einschränkung, die durch außen getragene Hörsysteme sichtbar wird. Das birgt immer wieder auch die Gefahr einer Stigmatisierung. Betroffene berichten, dass sie sich unabhängiger fühlen und selbstbewusster am Leben teilnehmen können.“

Das implantierte Mikrofon nimmt Schall durch die Haut auf. Der Hörnerv wird stimuliert, das Gehirn nimmt die Signale als Klang wahr. Externe Komponenten sind nicht erforderlich.

Durchbruch bei der Mikrofontechnologie

Prim. Paul Martin Zwittag, Vorstand der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum, erklärt: „Die implantierbare Mikrofontechnologie ist der entscheidende Innovationsschritt. Die Schallaufnahme durch die Haut galt lange als größte Herausforderung. Die Hörleistung ist mit jener klassischer Cochlea-Implantat-Systeme vergleichbar.“

Besonders die künftige Versorgung von Kindern könnte laut Zwittag wesentliche Vorteile für die Sprachentwicklung bringen.

Quelle: https://www.kepleruniklinikum.at/kliniken-einrichtungen/hals-nasen-und-ohrenheilkunde/aktuelles/medizinische-innovation-fuer-menschen-mit-schwerem-hoerverlust

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