EU fördert vier Salzburger Projekte mit einer Million Euro

Pia ProdingerPia Prodinger
Gleitschirmflieger auf einer Wiese vor Alpenpanorama mit Stadt und Fluss
© Gemeinde Nußdorf / K. Brugger

Das Interreg-Alpenraumprogramm unterstützt neue Initiativen aus Salzburg in den Bereichen Bauen, Biodiversität, Energie und Tourismus. Die Partner aus Flachgau, Tennengau und der Landeshauptstadt erhalten rund eine Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Vier Projekte mit Beteiligung aus Salzburg wurden im Rahmen des Interreg-Alpenraumprogramms zur Förderung ausgewählt. Die Initiativen beschäftigen sich mit den Themen nachhaltiges Bauen, Biodiversität, Energie und Tourismus. Dafür erhalten die Projektpartner rund eine Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Darüber hinaus profitieren sie von aktuellem Fachwissen und innovativen Lösungsansätzen.

Landesrat Wolfgang Fürweger, zuständig für Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik, unterstreicht die Bedeutung der Vorhaben. Salzburg sei ein verlässlicher Partner im Alpenraum und eine wichtige Plattform für grenzüberschreitende Lösungen bei Zukunftsfragen. Die neuen Projekte würden einen konkreten Nutzen für die Region bringen.

Kreislaufwirtschaft im Bauwesen stärken

Im Mittelpunkt des Projekts „Simplify“ steht die Frage, wie sich innovative und kreislauffähige Bauweisen leichter umsetzen lassen. Dazu sollen regulatorische Hürden abgebaut und bestehende Standards weiterentwickelt werden. Planungsbüros, Projektentwickler und öffentliche Stellen erhalten praxisorientierte Werkzeuge und Empfehlungen. Geleitet wird das Projekt von der Zukunftsagentur Bau, die Innovation Salzburg GmbH wirkt als Partner mit.

Referatsleiterin Christina Bauer verweist darauf, dass Salzburg während seines Vorsitzes der Alpenstrategie EUSALP das Thema kreislauffähiges Bauen und Sanieren gezielt vorangetrieben habe. Mit innovativen Architektur- und Planungsbüros, engagierten Unternehmen sowie starken Forschungseinrichtungen biete das Bundesland beste Voraussetzungen, um das Thema auch auf europäischer Ebene sichtbar zu machen.

Neue Ansätze für mehr Biodiversität

Das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen koordiniert das Projekt „PINO“. Hintergrund ist der zunehmende Flächenverbrauch im Alpenraum, insbesondere in den Übergangszonen zwischen Gebirge und Tiefland. Damit verbunden sind Zersiedelung und der Verlust biologischer Vielfalt.

Im Rahmen des Projekts entstehen praxisnahe Werkzeuge und Leitlinien für eine biodiversitätsorientierte Raumplanung. Diese werden anschließend in mehreren Pilotregionen getestet. Ziel ist es, naturbasierte Lösungen stärker in Planungsprozesse einzubinden und die Vernetzung von Lebensräumen zu verbessern.

Klimawandel als Herausforderung für den Alpenraum

Mit den Folgen des Klimawandels für Hütten und Wanderwege beschäftigt sich das Projekt „AlpFuturePaths“. Steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher, auftauender Permafrost sowie zunehmende Naturgefahren setzen die alpine Infrastruktur zunehmend unter Druck. Die Augmenterra GmbH aus Salzburg ist an dem Vorhaben beteiligt.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen Behörden, Alpenvereinen und Infrastrukturbetreibern dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Ziel ist es, Wanderwege und Alpenhütten langfristig sicher und attraktiv zu erhalten.

Unterstützung für die kommunale Energiewende

Viele kleinere Gemeinden verfügen nicht über ausreichende personelle oder digitale Ressourcen, um die Vorgaben der Europäischen Union zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien umzusetzen. Hier setzt das Projekt „Super“ an, an dem die Privatuniversität Schloss Seeburg in Seekirchen beteiligt ist.

Entwickelt wird ein digitaler Rahmen, der Gemeinden bei der Energieplanung und der Umsetzung der Energiewende unterstützt. Die erarbeiteten Lösungen werden zunächst in mindestens zehn Pilotgemeinden im Alpenraum getestet und sollen anschließend auch anderen Gemeinden als Hilfestellung dienen.

Salzburg verwaltet Alpenraumprogramm

Das Interreg-Alpenraumprogramm fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Alpenraum. Daran beteiligt sind Partner aus Österreich, Frankreich, Slowenien, der Schweiz und Liechtenstein sowie aus den alpinen Regionen Italiens und den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Das Land Salzburg übernimmt dabei die Funktion der Verwaltungsbehörde und des gemeinsamen Sekretariats.

Christina Bauer hebt die Vorteile dieser Rolle hervor. Durch Interreg-Projekte fließe deutlich mehr Fördergeld nach Salzburg zurück, als das Bundesland in das Programm einzahle. Gleichzeitig ermögliche die Verwaltung des Programms, europäische Kooperationen aktiv mitzugestalten, Innovationen zu fördern und Zukunftsthemen gemeinsam mit internationalen Partnern voranzutreiben.

https://www.nussdorf.at/Alpenraumprogramm_EU-Foerdergelder_fuer_vier_neue_Salzburger_Projekte

Worüber spricht Nußdorf am Haunsberg?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.