EVN plant zwei Geothermieanlagen im Wiener Becken

Mathias FischerMathias Fischer
Tiefen-Geothermie: Nachhalige Wärme für Generationen, EVN, Geo-Wärme
© Marktgemeinde Pottendorf

Der Energieversorger EVN will bis 2035 zwei Geothermieanlagen in der Thermenregion errichten. Dafür werden derzeit im südlichen Wiener Becken Messungen durchgeführt, um geeignete Standorte zu finden.

Die EVN arbeitet an einem Projekt zur Nutzung von Tiefen-Geothermie im südlichen Wiener Becken. Bis 2035 sollen in der Thermenregion zwei Anlagen entstehen, die natürliches heißes Wasser aus rund 3.000 Metern Tiefe zur Wärmeversorgung nutzen. Das Untersuchungsgebiet reicht von Schwechat bis Wiener Neustadt.

Nach aktuellem Planungsstand sind auch im Gemeindegebiet von Pottendorf Messungen vorgesehen. Sie sollen dabei helfen, die passenden Standorte für die geplanten Geothermieanlagen zu bestimmen.

Heißes Wasser im geschlossenen Kreislauf

In mehr als 3.000 Metern Tiefe kann das dort vorhandene Wasser Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius erreichen. Über eine Bohrung wird es an die Oberfläche geholt und gibt seine Wärme über Wärmetauscher an ein Naturwärmenetz ab. Das abgekühlte Wasser wird über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund zurückgeführt – ein geschlossener Kreislauf entsteht.

Die Tiefen-Geothermie kann das ganze Jahr über Wärme liefern. Zusammen mit heimischer Biomasse und Großwärmepumpen soll sie künftig eine sichere Versorgung ermöglichen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern.

Vibrationsseismik vermisst den Untergrund

Um wasserführende Gesteinsschichten zu lokalisieren und mögliche Bohrstandorte festzulegen, setzt die EVN eine sogenannte Vibrationsseismik ein. Spezielle Fahrzeuge fahren auf festgelegten Strecken und erzeugen über hydraulische Rüttelplatten kontrollierte Vibrationen.

Die Schallwellen breiten sich im Untergrund aus, werden von den Gesteinsschichten reflektiert und von kleinen Messgeräten, den sogenannten Geofonen, aufgezeichnet. Aus den gewonnenen Daten entstehen detaillierte Modelle des Untergrundes. Sie zeigen, ob und wo sich die geologischen Voraussetzungen für die Nutzung von Tiefen-Geothermie eignen.

Messungen tagsüber auf öffentlichen Straßen

Die Messung an einem Punkt dauert etwa eine Minute. Danach fährt das Fahrzeug rund 20 Meter weiter. Die Arbeiten finden tagsüber und überwiegend in den Herbst- und Wintermonaten statt.

Der Lärm ist etwa mit einer Straßenwalze oder einer vorbeifahrenden Straßenbahn vergleichbar. Gemessen wird hauptsächlich auf öffentlichen Straßen und Forstwegen, die grundsätzlich befahrbar bleiben.

Quelle: https://www.pottendorf.at/Tiefen-Geothermie_Nachhaltige_Waerme_fuer_Generationen

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