Experten warnen vor digitalen Gefahren für Kinder

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

In Bad Schönau diskutierten Fachleute aus Kriminalpolizei, Medienpädagogik und Bildung über den Umgang von Kindern mit Smartphones. Das Bundeskriminalamt berichtete von digitaler Erpressung und missbrauchten Kinderfotos.

Bei der Podiumsdiskussion „Mein Kind und das Handy“ im Sconarium in Bad Schönau trafen sich Experten aus verschiedenen Bereichen mit Eltern und Pädagogen. Die Veranstaltung fand im Dreiländereck von Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland statt. Bürgermeister Feri Schwarz eröffnete den Abend und hob hervor, dass der Umgang von Kindern mit Smartphones die Gesellschaft zunehmend fordere.

Alexandra Lugert, Bundesgeschäftsführerin des Österreichischen Familienbundes, moderierte die Veranstaltung. Sie vertrat Familienbund-Präsidentin Abg.z.NR Johanna Jachs und betonte, dass Smartphones, soziale Medien und Internet zum Alltag der Kinder gehören. Deshalb sei es wichtig, Eltern im Umgang mit digitalen Chancen und Risiken zu unterstützen.

Bundeskriminalamt schildert drastische Fälle

Jürgen Ungerböck vom Bundeskriminalamt berichtete von digitaler Erpressung, missbrauchten Kinderfotos und internationalen Online-Netzwerken wie „764“, in denen Minderjährige gezielt manipuliert werden. Er verdeutlichte die unterschiedliche Risikowahrnehmung von Kindern anhand einer Frage an eine Volksschulklasse: „Würdest du einem völlig Fremden auf der Straße dein Klassenfoto geben?“ Kein Kind habe mit Ja geantwortet – im Internet würden persönliche Bilder hingegen oft bedenkenlos geteilt.

Wenn Kinder Opfer digitaler Übergriffe werden, sei vor allem Ruhe wichtig.

„Der größte Fehler, den Eltern machen, ist, die Nerven zu verlieren“
, so Ungerböck.

Gesprächsbasis und klare Regeln gefordert

Julia Hentschel, Trainerin bei saferinternet.at, setzt in ihrer Arbeit mit Familien auf Gesprächskultur, klare Regeln und die Vorbildwirkung der Eltern.

„Das Wichtigste ist, dass ich eine Gesprächsbasis mit meinem Kind aufbaue – und zwar von Anfang an“
, erklärte sie. Für das erste eigene Smartphone empfiehlt sie: „So früh wie notwendig, so spät wie es geht.“

Silvia Stögerer von der Bildungsdirektion Niederösterreich berichtete über positive Erfahrungen mit Handy-Einschränkungen an Schulen: weniger Ablenkung und mehr persönliche Gespräche in den Pausen. Medienkompetenz müsse dennoch aktiv vermittelt werden.

„Schule alleine wird es nicht richten und die Eltern alleine werden es auch nicht richten“
, betonte sie.

Begleitung und Vertrauen entscheidend

Trotz aller Gefahren wurde deutlich: Das Internet bietet Kindern sowohl Risiken als auch Chancen. Entscheidend für einen sicheren Aufenthalt in der digitalen Welt seien Begleitung, Vertrauen und ein bewusster Umgang mit digitalen Medien.

Die Podiumsdiskussion mit Ungerböck, Hentschel und Stögerer brachte die wichtigste Botschaft auf den Punkt: „Wenn du ein Problem hast, reden wir darüber, wir lösen das.“ Genau diese Sicherheit brauchen Kinder, um selbstbewusst mit digitalen Medien aufzuwachsen.

Die Veranstaltung wurde vom Österreichischen Familienbund gemeinsam mit der Gemeinde Bad Schönau, der Region Bucklige Welt–Wechselland, der Initiative „Bildung wächst“ und der Bildungsdirektion Niederösterreich organisiert.

Quelle: OTS

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