Extreme Trockenheit: Rinder müssen Weiden verlassen
Wegen anhaltender Hitze und fehlendem Regen wurden in St. Oswald bereits am 22. Juli alle Kalbinnen von den Weiden geholt. Das Gras wächst nicht mehr, Wasser wird knapp – und die Landwirte greifen auf Wintervorräte zurück.
In St. Oswald im südlichen Waldviertel hat die extreme Trockenheit die Weidehaltung beendet. Auf der Ober Burgstallweide grasen normalerweise von Ende April bis Mitte Oktober 67 Kalbinnen. Heuer mussten die Besitzer ihre Tiere bereits am 22. Juli abholen, wie Christian Tober, Obmann der Weidegenossenschaft, mitteilt. Wegen der langanhaltenden Hitze und Trockenheit wachse kein Gras mehr, zudem fehle es an Wasser.
Die 1912 gegründete Weidegenossenschaft ist nicht allein betroffen. Viele Bergbauern in der Region kämpfen mit denselben Problemen. Die Wiesen seien braun wie Äcker, heißt es.
Landwirte warnen vor Futterknappheit
Josef Schauer, Ortsbauernrat, berichtet, dass auf den Wiesen seit Wochen nichts mehr wachse. Sollte es in den nächsten zwei Wochen nicht ergiebig regnen, werde die Situation richtig schlimm. Dann werde es eng mit dem Futter für die Tiere, weil auch der Silomais nicht mehr wachse und die Kolbenbildung aussetze.
Leopold Brandstetter, geschäftsführender Gemeinderat und Biobauer, spricht von extremer Hitze und Trockenheit seit Frühjahr und Sommer. Es sei ärgerlich zu beobachten, wenn die wenigen Gewitter im Norden über den Weinsberger Wald oder im Süden entlang der Donau durchziehen oder von Westen kommend sich in der benachbarten Gemeinde Waldhausen plötzlich auflösen. Die Silo- und Heuernte beim ersten und zweiten Grünlandschnitt sei um 50 Prozent geringer ausgefallen.
Wintervorräte werden aufgebraucht
Weil Kühe, Schafe und andere Tiere nicht mehr auf den Wiesen grasen können, müssen die Betriebe auf die Wintervorräte zugreifen und teures Futter zukaufen.
Gottfried Fischl, Bergbauer vom Ober Gsoller-Hof, bestätigt, dass Rinderbestände bereits reduziert werden. Die Schlachtpreise fallen stark aufgrund des Überangebotes an Kühen.
Zehn Monate unter dem Durchschnitt
Johann Wimmer, der seit 45 Jahren täglich die Wetterstation des Landes Niederösterreich in St. Oswald betreut, berichtet, dass es in vielen Regionen im Land trocken sei. In St. Oswald seien jedoch in den letzten zwölf Monaten zehn Monate unter den langjährigen Niederschlägen gelegen.
In der Gemeinde St. Oswald und Umgebung suchen, baggern und bohren die Bauern nach Trinkwasser. Einige Höfe werden von der Feuerwehr mehrmals mit Nutzwasser versorgt. Für August wird bereits die nächste extreme Hitzewelle vorhergesagt.
Auch der Wald leidet zunehmend an der langanhaltenden Trockenheit und der extremen Hitze.
Quelle: https://www.stoswald.com/Notlage_-_Trockenheit_Rinder_muessen_von_den_Weiden_abgetrieben_werden_
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